Joghurt gegen Darmkrebs?
Mehr als 16 Kilogramm Joghurt verzehrt jede/r Deutsche pro Jahr. Das fermentierte Milchprodukt soll jedoch nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern auch positive auf die Gesundheit wirken. Ob Joghurt womöglich auch vor Darmkrebs schützen kann, zeigt eine Studie.
Joghurt werden verschiedene positive Eigenschaften auf die Gesundheit zugesprochen – allem voran für den Darm, denn die Produkte enthalten von Natur aus lebende Kulturen und bereichern die tägliche Ernährung. Außerdem könnte sich Joghurt förderlich bei Depressionen erweisen, wie Forschende zuletzt herausgefunden haben. Dagegen sollte von Joghurt zur Behandlung von Scheidenpilz – beispielsweise in Form von getränkten Tampons – besser Abstand genommen werden, da sie mehr schaden als nutzen können. Nun haben Wissenschaftler:innen aus China den Effekt von Joghurt auf Darmkrebs genauer untersucht – mit positivem Ergebnis.
Joghurt gegen Darmkrebs?
Dafür wurden die Daten von mehr als 9.400 erwachsenen Personen ab 50 Jahren aus den Jahren 2001 bis 2020 ausgewertet. Verglichen wurden dabei Personen, die regelmäßig Joghurt, Prä- oder Probiotika zu sich nahmen, mit solchen, die darauf verzichteten. Anschließend wurde überprüft, ob sich durch den Verzehr ein Unterschied im Hinblick auf mögliche Darmkrebs-Diagnosen feststellen ließ.
Dabei zeigte sich: Personen, die regelmäßig Joghurt, Prä- oder Probiotika zu sich nahmen, wiesen deutlich seltener Darmkrebs auf. Genau war die Wahrscheinlichkeit einer entsprechenden Diagnose bei ihnen nur halb so hoch. „Diese Ergebnisse deuten auf einen potenziell schützenden Zusammenhang dieser Nahrungsbestandteile mit kolorektalem Karzinom hin, der wahrscheinlich durch eine Modulation der Darmmikrobiota vermittelt wird“, heißt es von den Forschenden.
Dennoch würden die Ergebnisse nicht beweisen, dass Joghurt vor Darmkrebs schützen kann. Denn es wurden keine Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge untersucht, sondern lediglich Momentaufnahmen berücksichtigt. Hinzukommt, dass die Aufnahme von Joghurt und Co. lediglich anhand von Selbstauskünften der Teilnehmenden bewertet wurde, die genaue Menge und Dauer blieb jedoch außen vor. Gleiches gilt für weitere Umstände wie Ernährung, Lebensstil und Co.
Um Joghurt tatsächlich als Schutz vor Darmkrebs empfehlen zu können, braucht es den Forschenden zufolge weitere, langfristige klinische Studien, die den aufgezeigten Effekt bestätigen.
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