Grippe: Hochdosis-Impfstoff verzögert Demenz
Die Vorbereitungen für die nächste Grippesaison laufen und die Bestellung der benötigten Vakzine ist bereits abgeschlossen. Für Ältere kommt dabei weiter eine MF-59-adjuvantierten Vakzine oder ein Hochdosis-Impfstoff zum Einsatz. Letzteres könnte dabei eine Demenz verzögern, so Forschende.
Die jährliche Grippeimpfung wird vor allem für Risikopatient:innen – darunter Schwangere und ältere Menschen – empfohlen. Für Personen ab 60 Jahren gilt dabei, dass die Immunisierung gegen Influenza mit einem Hochdosis-Impfstoff (Efluelda, Sanofi) oder einer MF-59-adjuvantierten Vakzine erfolgen soll.
Doch trotz Impfempfehlung ist die Impfquote hierzulande gering. Rund zwei von drei Personen in der Altersgruppe 60+ sorgen nicht für eine regelmäßige Aktualisierung des Schutzes vor einer Influenza-Infektion. Dabei kann vor allem der Hochdosis-Impfstoff nicht nur vor Grippe und einem schweren Krankheitsverlauf schützen, sondern auch Demenz verzögern, behaupten Forschende nun.
Übrigens: Ein Hochdosis-Impfstoff kann das Sterberisiko deutlich reduzieren, wie Forschende herausgefunden haben.
Kann ein Hochdosis-Impfstoff Demenz verzögern?
Wie eine Auswertung von Gesundheitsdaten aus den USA zeigt, kann die Impfung mit einem Hochdosis-Impfstoff eine Demenzdiagnose verzögern. Genau wurde bei Patient:innen über 65 Jahren in den ersten zwei Jahren nach einer Hochdosis-Influenza-Impfung deutlich, dass ihre Demenzinzidenz deutlich geringer ausfiel als bei Personen mit einer Standardimpfung. Vor allem bei Frauen war der Unterschied deutlich zu erkennen. Dafür haben Wissenschaftler:innen der Universität in Houston (USA) die Daten von mehr als 160.000 älteren Personen ausgewertet. Rund drei Viertel von ihnen wurden im Zeitraum zwischen August 2014 und Juli 2019 mit einem Hochdosis-Impfstoff immunisiert, der Rest mit einem Standard-Impfstoff.
Das Ergebnis: Nach drei Jahren hatten rund 7 Prozent der Personen mit Standarddosis eine Demenz entwickelt, in der Hochdosis-Gruppe waren es nur knapp 6 Prozent, was einer Risikoverringerung um rund 16 Prozent entspricht. Am größten fiel der Unterschied mit rund 23 Prozent im ersten Monat nach der Impfung aus.
„Eine Hochdosis-Grippeimpfung ist bei Erwachsenen ab 65 Jahren im Vergleich zur Standarddosis-Impfung mit einem geringeren Risiko für Alzheimer verbunden, wobei der Effekt bei Frauen stärker ausgeprägt ist“, so das Fazit. Doch die Einschränkung: Die Patient:innen wurden nach der Impfung im Schnitt nur rund 15 Monate nachbeobachtet, sodass sich vor allem kurzfristige Effekte zeigten. Ob diese auch langfristig anhalten, ist unklar. Hinzukommt, dass wohl vor allem der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen auch einen Beitrag dazu leistet, dass der kognitive Abbau nicht beschleunigt wird und Demenzdiagnosen somit seltener/später gestellt werden. Daher braucht es dem Team zufolge nun länger andauernde Untersuchungen, „um zu klären, ob der beobachtete Unterschied auf einen Schutz vor einer Grippeinfektion oder auf nicht-infektionsbedingte Mechanismen zurückzuführen ist.“
Grippeimpfstoffe 2026/27
Für die bevorstehende Saison 2026/27 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zusammensetzung mit zwei Influenza-A- und einem Influenza-B-Stamm.
Ei-basierte Grippeimpfstoffe:
- A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-ähnliches Virus
- A/Darwin/1454/2025 (H3N2)-ähnliches Virus
- B/Tokyo/EIS13-175/2025 (B/Victoria-Linie)-ähnliches Virus
Zellkultur-basierte und rekombinante Vakzine sollen in folgender Zusammensetzung zur Verfügung gestellt werden:
- A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-ähnliches Virus
- A/Darwin/1415/2025 (H3N2)-ähnliches Virus
- B/Pennsylvania/14/2025 (B/Victoria-Linie)-ähnliches Virus
Übrigens: Auch eine Gürtelrose-Impfung soll einen Effekt gegen Demenz haben.
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