Blutdrucksenker: Welche Wirkstoffe sind am besten verträglich?
Bluthochdruck gehört zu den Volkskrankheiten. Zur Behandlung stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Doch mitunter sind diese mit Nebenwirkungen verbunden. Aber welche Blutdrucksenker sind am besten verträglich?
Seit Herbst 2024 greift in puncto Bluthochdruck eine neue Klassifikation. Demnach werden schon Werte ab 120/70 mmHg als erhöhter Blutdruck betrachtet, den es zu senken gilt. Ab 140/90 mmHg wird von einer manifesten Bluthochdruckerkrankung (arterielle Hypertonie) ausgegangen. Zur Blutdrucksenkung kommen verschiedene Wirkstoffe ins Spiel, darunter ACE-Hemmer, Betablocker und Co.
Doch neben der Wirksamkeit stellt sich immer wieder die Frage nach den Nebenwirkungen. Welche Antihypertonika am wenigsten davon auslösen, wurde in einer Metaanalyse überprüft. Dabei gelten Sartane als am besten verträglich.
Blutdrucksenker: Sartane am besten verträglich
Für die Analyse der University of New South Wales (Australien) wurden Daten aus 716 klinischen Studien mit mehr als 159.000 Patient:innen herangezogen. Dabei erfolgte ein Vergleich zwischen folgenden Wirkstoffgruppen:
- ACE-Hemmern
- Sartanen
- Betablockern
- Calciumkanalblockern und
- Thiazid-Diuretika
Dabei zeigte sich: Sartane waren unter den Blutdrucksenkern am besten verträglich. Denn unter einer entsprechenden Behandlung wurden die wenigsten Nebenwirkungen beobachtet. Folglich fiel auch das nebenwirkungsbedingte Absetzen bei diesen Wirkstoffen am geringsten aus – sogar im Vergleich zu Placebo.
Zwar führten alle untersuchten Antihypertonika vor allem zu Beginn der Therapie zu Schwindel. Diesen führen die Autor:innen auf eine Folge der gewünschten Blutdrucksenkung zurück, an die sich der Körper erst einmal gewöhnen muss. Andere Nebenwirkungen blieben unter Sartanen jedoch weitgehend aus. Ein Beispiel ist das Auftreten von Reizhusten als häufige unerwünschte Wirkung unter einigen Blutdrucksenkern. Während dieser vor allem bei ACE-Hemmern häufig war, kam es unter Sartanen nur selten dazu, da die Wirkstoffe die Bradykinin-Konzentration nicht erhöhen.
Beim Vergleich aller möglichen Therapieschemata – Monotherapie oder eine Kombi verschiedener Wirkstoffe – waren unter den Top-5 insgesamt vier Varianten, die ein Sartan enthielten. Wurden Sartane und Calciumkanalblocker kombiniert, erwies sich dies als besonders positiv beziehungsweise als am besten verträgliche Behandlung.
Doch die Forschenden mahnen zur Vorsicht. Denn die Ergebnisse würden nicht bedeuten, dass Sartane für jede/n Mittel der Wahl sind. Stattdessen gelte es weiterhin, individuell abzuwägen. Doch ebenso sei es wichtig, bei Nebenwirkungen unter einer blutdrucksenkenden Therapie einen möglichen Wechsel der Medikation in Betracht zu ziehen.
Übrigens: Bereits zu Beginn des Jahres hatten Wissenschaftler:innen aus Schweden nachgewiesen, dass unter Sartanen die höchste Therapietreue zu verzeichnen ist.
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