Antibiotikaresistenzen: Plötzlicher Wirkabfall entschlüsselt
Die Liste an zur Verfügung stehenden Antibiotika ist lang, doch auch die Zahl der Resistenzen nimmt zu. Dabei zeigen sich diese bei einigen Patient:innen bereits während einer begonnenen Therapie. Was der Grund für diesen plötzlichen Wirkabfall bei Antibiotika ist, zeigen Forschende.
Bisher sind mehr als 15 verschiedene Antibiotikaklassen mit insgesamt mehreren hundert Einzelwirkstoffen bekannt. Doch die Zahl der Antibiotikaresistenzen steigt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat daher zuletzt zu einem zielgerichteten Einsatz appelliert, um die weitere Ausbildung zu verhindern. Denn immer mehr Erreger entwickeln Resistenzen gegen die zur Verfügung stehenden Antibiotika, sodass diese wirkungslos bleiben – oftmals, obwohl sie zunächst gut „anzuschlagen“ scheinen. Warum es dennoch meist plötzlich zu einem Wirkabfall von Antibiotika kommt, haben Forschende nun entschlüsselt.
Übrigens: Zeigen Antibiotika nicht die gewünschte Wirkung gegen bestimmte bakterielle Erkrankungen, ist ein Ausweichen auf andere Wirkstoffe oder eine Kombination erforderlich. Führt auch dies nicht zum Erfolg, kommen sogenannte Reserveantibiotika zum Einsatz.
Antibiotikaresistenzen: Plötzlicher Wirkabfall wegen Umweltbakterien
In der Regel entstehen Antibiotikaresistenzen schleichend, weil Krankheitserreger Mutationen bilden, sodass sie gegen bestimmte Wirkstoffe immun bleiben. Doch mitunter kommt es auch zu einem plötzlichen Wirkabfall von Antibiotika, und zwar während einer laufenden Behandlung. Den Grund dafür hat ein Team der University of Washington (USA) nun aufgedeckt.
Dafür wurden Patient:innen berücksichtigt, die an Mukoviszidose oder Bronchiektasen litten und aufgrund von Lungeninfektionen mit einem Antibiotikum behandelt wurden. Bei einigen Teilnehmenden wurde dabei festgestellt, dass der gewählte Wirkstoff trotz eines anfänglich guten Ansprechens in seiner Wirkung nachließ. Mehr noch: Es zeigte sich eine um ein Vielfach erhöhtes Resistenzrisiko.
Den Grund dafür sehen die Forschenden in der Aufnahme von sogenannten Umweltbakterien. Diese werden täglich mit der Atmung aufgenommen und verursachen in der Regel keine Infektionen. Allerdings können sie bestimmte DNA-Bestandteile auf Krankheitserreger übertragen, die wiederum zu Resistenzen führen können. In der entsprechenden Untersuchung führte dies zu einem plötzlichen Wirkabfall der Antibiotika.
Die Erkenntnisse könnten den Forschenden zufolge vermutlich auch auf andere Patient:innen und Wirkstoffe übertragen werden. „Wenn Umweltbakterien Resistenzgene in menschliche Organe einschleusen können, müssen wir uns fragen, welche weiteren Gene sie übertragen könnten“, so der Appell, um weitere Untersuchungen und die Suche nach Lösungen anzustoßen.
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