Bluthochdruck: Sartane mit höchster Therapietreue
Mehr als jede/r dritte Erwachsene leidet hierzulande unter Bluthochdruck (Hypertonie) – oftmals ohne es zu wissen, denn die Symptome machen sich mitunter erst später bemerkbar. Zur Behandlung kommen verschiedene Arzneimittel zum Einsatz. Doch nicht jede Wirkstoffgruppe eignet sich gleich gut. Sartane haben bei Bluthochdruck die höchste Therapietreue, zeigen nun neue Daten.
Sartane gehören zu den am häufigsten verschriebenen Blutdrucksenkern und greifen in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ein, indem sie als selektiver Antagonist am AT1-Rezeptor wirken. Dadurch wird die Wirkung von Angiotensin II an diesem Rezeptor gehemmt. Außerdem werden die Natrium-Ausscheidung sowie die Reabsorption von Kalium gefördert. Damit wirken Candesartan, Valsartan und Co. blutdrucksenkend, gefäßerweiternd und leicht diuretisch. Sie werden bei Hypertonie, chronischer Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen eingesetzt.
Achtung: Unter der gleichzeitigen Einnahme von Kalium kann eine Hyperkaliämie entstehen, während unter der Kombination mit nicht-steroidalen Antirheumatika eine Blutdruckerhöhung droht.
Nun haben Forschende herausgefunden: Kommen Sartane bei Bluthochdruck zum Einsatz, geht damit im Vergleich zu anderen Wirkstoffen die höchste Therapietreue und damit auch der größte Therapieerfolg einher.
Sartane erzielen höchste Therapietreue bei Bluthochdruck
Das ist das Ergebnis einer Registerstudie der Universität Uppsala (Schweden). Dafür wurden die Daten von mehr als 340.000 Patient:innen berücksichtigt, denen zwischen 2011 und 2019 erstmals ein Antihypertensivum verordnet wurde. Analysiert wurde, wie oft die entsprechenden Rezepte eingelöst wurden und ob sich dabei Unterschiede zwischen den jeweiligen Wirkstoffen zeigten.
Das Ergebnis: Bei einer Behandlung mit Ramipril und anderen ACE-Hemmern fiel die Therapietreue bei Patient:innen mit Bluthochdruck am geringsten, unter Sartanen dagegen am höchsten aus. Genau löste in einem Zeitraum von fünf Jahren rund jede/r dritte Patient:in sämtliche Rezepte über Sartane ein, während es bei ACE-Hemmern nur knapp jede/ Fünfte war. Ähnlich verhält es sich bei Verordnungen über Thiaziddiuretika, während Rezepte über Calciumkanalblocker sowie Kombipräparate immerhin von fast jedem/jeder Vierten eingelöst wurden.
Wurde eine Quote von 80 Prozent Einlösungen berücksichtigt, stieg der Anteil entsprechend, wobei Sartan-Verordnungen weiterhin am häufigsten vorgelegt wurden. „Patienten, die ihre Blutdruckbehandlung mit Angiotensin-II-Rezeptorblockern (ARB) beginnen, setzen die Therapie mit demselben Medikament häufiger fort als Patienten, die mit anderen Medikamenten beginnen“, fassen die Forschenden zusammen.
Zu den Hauptgründen gehört die bessere Verträglichkeit von Sartanen. So tritt beispielsweise – anders als unter ACE-Hemmern – nur selten Reizhusten auf, weil Valsartan und Co. die Bradykinin-Konzentration nicht erhöhen. Somit sollte neben dem Aspekt der Blutdrucksenkung auch der Faktor Nebenwirkungen beziehungsweise die Verträglichkeit bei der Verschreibung berücksichtigt werden, so der Appell.
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