PMS: Kombi aus Vitamin D und E zur Linderung?
Schmerzen, Krämpfe und Co. schränken während der Menstruation die Lebensqualität von Frauen mitunter stark ein. Doch jede Vierte kämpft schon zuvor mit einem hohen Leidensdruck. Stichwort prämenstruelles Syndrom (PMS). Dieses kann sich in mehr als 100 verschiedenen Symptomen bemerkbar machen. Ob Vitamin D und E bei PMS Linderung verschaffen können, zeigt eine Studie.
PMS beginnt bereits rund 14 Tage vor Einsetzen der Monatsblutung. Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Angenommen wird ein Ungleichgewicht von Östrogen und Progesteron als Auslöser. Zu den häufigsten Beschwerden gehören dabei Gereiztheit, Völlegefühl, Kopfschmerzen und geschwollene Brüste. Eine Leitlinien-gerechte Therapieempfehlung gibt es bisher nicht. Forschende haben nun untersucht, wie sich die regelmäßige Einnahme der Vitamine D und E auf die Beschwerden bei PMS auswirkt. Das Ergebnis:
Vitamin D und E bei PMS wirksam?
Ein iranisches Forscherteam der Shahid-Beheshti-Universität für Medizinische Wissenschaften in Teheran hat untersucht, wie sich eine Kombination von Vitamin D- und Vitamin E-Präparaten auf die Schmerzintensität und PMS auswirkt. Dafür wurden Frauen berücksichtigt, die unter schmerzhafter Regelblutung, genau primärer Dysmenorrhoe, litten. Diese entsteht durch das abwechselnde Zusammenziehen und Entspannen der Gebärmutter, um die aufgebaute Schleimhaut, die unbefruchtete Eizelle und Blut abzustoßen. Auslöser sind Prostaglandine, die auch das Schmerzempfinden beeinflussen. Die Folgen sind Krämpfe und Schmerzen im Unterleib, die auch auf Rücken und Co. ausstrahlen können.
Die teilnehmenden Frauen nahmen entweder eine Kombi aus Vitamin D und E oder ein Placebo ein. Genau erhielten die Patientinnen über acht Wochen täglich 400 IE Vitamin E und wöchentlich 50.000 IE Vitamin D, danach wurde Vitamin D weitere zwei Monate monatlich eingenommen.
Zur Erinnerung:
Vitamin D ist der übergeordnete Begriff für die Gruppe der fettlöslichen Calciferole und ist an verschiedenen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt. Dazu zählen nicht nur Stoffwechselvorgänge, sondern auch die Bildung von Proteinen sowie die Steuerung von Genen. Zu den wichtigsten Vertreter gehört dabei Vitamin D3 (Colecalciferol). Dieses unterstützt die Knochen in der Aufnahme von Calcium und Phosphat und sorgt somit für gesunde, starke Knochen und wirkt einer Osteoporose entgegen.
Vitamin E gilt als Zellschutzvitamin und findet sich beinahe in jeder Körperzelle. Die Hauptfunktion der Vitamingruppe, zu der Tocopherole als auch Tocotrienole gehören, liegt im Abfangen von freien Radikalen. Vitamin E kann über die Nahrung aufgenommen werden und wird hauptsächlich im Fettgewebe, in der Leber und den Nebennieren gespeichert.
Sowohl zu Studienbeginn als auch vier Monate danach wurden unter anderem die Schmerzintensität und weitere Symptome von PMS ermittelt. Dabei zeigte sich: Die Schmerzintensität, gemessen mithilfe der Numerischen Schmerzskala (NRS), aber auch die PMS-Symptome, gemessen mit dem Premenstrual Symptoms Screening Tool, verbesserten sich signifikant, mitunter um mehrere Stufen auf den jeweiligen Skalen.
„Zusammenfassend unterstreicht unsere Studie die positiven Effekte einer Vitamin D- und E-Supplementierung auf die Linderung von Schmerzen und PMS-Symptomen bei primärer Dysmenorrhoe“, heißt es. Damit könnten Ärzt:innen eine entsprechende Therapie als Behandlungsoption in Betracht ziehen – sofern die Ergebnisse durch weitere Studien belegt werden. Außerdem sollte stets der individuelle Spiegel an Vitamin D und E der Patientinnen berücksichtigt werden.
Was hilft bei Regelschmerzen? Hier geht´s zum Überblick.
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