Vitamin D: Sonnenvitamin als Herzschutz?
Dass Vitamin D mit zahlreichen positiven Eigenschaften für die Gesundheit verbunden ist, ist bekannt. Ebenso wie das Risiko von Überdosierungen. Doch wie wirkt sich das Sonnenvitamin auf die Herzgesundheit aus – kann Vitamin D sogar als Herzschutz dienen?
Vitamin D gilt als wahres Multitalent und reguliert unter anderem den Calcium- und Phosphathaushalt im Körper, trägt zur Gesundheit von Zähnen und Muskeln bei, ist für gesunde Knochen wichtig und kann die Krebssterblichkeit senken. Welche Rolle das Sonnenvitamin für die Herzgesundheit spielt, haben Forschende bei Sportlern untersucht. Das Ergebnis: Vitamin D kann als eine Art Herzschutz fungieren. Der Grund ist eine Verringerung der Blutfettwerte.
Zur Erinnerung: Die optimale Versorgung mit Vitamin D liegt bei Serumkonzentrationen von 25(OH)D über 30 ng/ml. Fällt der Vitamin D-Spiegel leicht unter die 30 ng/ml-Marke, wird von einer nicht mehr optimalen Versorgung gesprochen. Als Vitamin D-Mangel werden dagegen Werte unter 20 ng/ml eingestuft. Bei mehr als 50 ng/ml ist von einer Überversorgung die Rede.
Vitamin D: Höhere Spiegel können für Herzschutz sorgen
Ein Team der Justus-Liebig-Universität Gießen hat mehr als 770 Profisportler im Alter von 18 bis 39 Jahren verschiedener Teamsportarten über einen Zeitraum von mehr als elf Jahren im Hinblick auf ihren Vitamin D-Spiegel untersucht. Genau wurde überprüft, wie sich die Versorgung mit dem Sonnenvitamin auf die Blutwerte und auch die Herzgesundheit auswirkt.
Demnach zeigte sich unter höheren Vitamin D-Spiegeln (mehr als 50 ng/ml) eine Verringerung der Werte für LDL-Cholesterin, Triglyceride und Lipoprotein(a) – entscheidende Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem die Forscher andere mögliche Einflussfaktoren wie Alter, Körpergewicht, Sportart und Trainingsumfang berücksichtigt hatten. Außerdem war ein höherer Vitamin D-Status mit einer höheren maximalen Leistungsfähigkeit beim Sport verbunden. Der HDL-Cholesterin-Wert wurde dagegen durch Vitamin D offenbar nicht beeinflusst, weder positiv noch negativ.
Das Fazit der Forschenden: Vitamin D könnte womöglich eine größere Rolle für die Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Gesundheit spielen als bislang angenommen. Dafür könnten zudem höhere Spiegel eine Rolle spielen.
Da in der Studie ausschließlich männliche Profisportler berücksichtigt wurden, lassen sich den Autor:innen zufolge noch keine Rückschlüsse über den genauen Einfluss von Vitamin D als möglicher Herzschutz ziehen. Stattdessen brauche es nun weitere klinische Studien, um die Bedeutung für die Allgemeinbevölkerung näher zu untersuchen.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Prednisolon wird rezeptfrei
Für drei von vier Wirkstoffen hat der Sachverständigenausschuss (SVA) für Verschreibungspflicht eine Empfehlung für einen OTC-Switch ausgesprochen, darunter Prednisolon. Am Dienstag …
Telmisartan-Tabletten mit unangenehmem Geruch
Der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) liegen Meldungen zu einem unangenehmen Geruch bei Telmisartan-haltigen Tabletten vor. In einigen Fällen wurde …
Desogestrel und Co.: Neue Kontraindikation für Minipille
Minipillen mit Gestagenen wie Desogestrel oder Etonogestrel erfreuen sich zur Verhütung großer Beliebtheit, denn sie sind oftmals mit weniger Nebenwirkungen …















