Wegen Engpass: Salbutamol kommt aus Brasilien
Seit Dezember 2023 besteht ein Versorgungsmangel bei Salbutamol-haltigen Arzneimitteln in pulmonalen Darreichungsformen. Verschiedene Importe sichern die Versorgung. Seit wenigen Wochen steht mit „Sulfato de Salbutamol Aeros. 100 μg/Sprühstoß BRA“ ein für den brasilianischen Markt bestimmtes Präparat hierzulande zur Verfügung.
Glenmark hat von der Regierung Oberbayern die Erlaubnis nach § 79 Absatz 5 Arzneimittelgesetz erhalten, den in Brasilien zugelassenen Druckgasinhalator zu 100 μg/Sprühstoß in einer Packungsgröße zu 200 Sprühstößen seit dem 22. September hierzulande in Verkehr zu bringen. Die Gestattung gilt bis zum 31. Dezember. Das Arzneimittel ist in der Taxe mit der PZN 19849784 und der Bezeichnung „Sulfato de Salbutamol Aeros. 100 μg/Sprühstoß BRA“ aufgeführt.
Die Packungen mit portugiesischer Beschriftung enthalten den gleichen Wirkstoff und die gleiche Stärke wie vergleichbare Salbutamol-Inhalativa auf dem deutschen Markt. Auch die Anwendung ist identisch. Das Arzneimittel kann zulasten der Kassen – privat und gesetzlich – abgegeben werden und wird mindestens bis zum Festbetrag erstattet. Vor Kurzem haben die Ersatzkassen bekanntgegeben, ab dem 1. November die Mehrkosten für Salbutamol-Sprays im Falle eines Lieferengpasses zu übernehmen – auch wenn kein Rabattvertrag vorliegt.
Die brasilianische Ware hat kein Serialisierungskennzeichen und kann somit auch nicht im deutschen System ausgebucht werden. Sollten Zweifel zur Echtheit der Packungen bestehen, können auf der Glenmark-Homepage die vertriebenen Chargennummern kontrolliert werden.
Infectopharm trägt mit hohen Beständen an Salbutamol Aldo-Union aus Spanien und Bronchospray Autohaler zur Sicherung der Versorgung bei.
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