Wegen Zersetzung: Captopril-Lösung kühl lagern
Captopril ist in wässriger Lösung nicht stabil und oxidiert zur pharmakologisch unwirksamen Form. Die Lagerung im Kühlschrank kann den Umwandlungsprozess verlangsamen.
Die wässrige Lösung besteht aus Captopril, Kaliumsorbat als Konservierungsmittel, Ascorbinsäure zur Stabilisierung des Wirkstoffes und gereinigtem Wasser. Bei der Herstellung ist die Reihenfolge entscheidend und unbedingt zu beachten. Die drei Feststoffe dürfen nicht auf einmal im gereinigten Wasser gelöst werden. Denn es besteht das Risiko, dass die Sorbinsäure ausfällt und sich nicht alle Feststoffe auflösen.
Darum sollte im ersten Schritt Kaliumsorbat im gereinigten Wasser gelöst werden. Der Ansatz sollte den Großteil der benötigten Wassermenge enthalten. Im Anschluss werden die sauren Bestandteile Ascorbinsäure und Captopril unter Rühren hinzugegeben und mit gereinigtem Wasser bis zur Endmenge aufgefüllt.
Lagerung im Kühlschrank
Weil Captopril in wässriger Lösung rasch zum pharmakologisch unwirksamen Captoprildisulfid oxidiert, sollte die Lösung im Kühlschrank aufbewahrt werden, denn dies verlangsamt den Zersetzungsprozess. Trotz Lagerung im Kühlschrank beträgt die Aufbrauchsfrist nur vier Wochen.
ACE-Hemmer
Captopril war der erste ACE-Hemmer, der auf den Markt kam. Bis auf Captopril und Lisinopril sind die Wirkstoffe der ACE-Hemmer Prodrugs und müssen erst in ihre aktive Form umgewandelt werden. Der Stoffgruppe werden blutdrucksenkende und gefäßerweiternde Eigenschaften zugesprochen. ACE-Hemmer greifen in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ein. Dieses reguliert den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt und beeinflusst dadurch den Blutdruck. Weil das Angiotensin Converting Enzyme blockiert wird, reduziert sich der Angiotensin II-Spiegel – die Blutgefäße weiten sich, der Gefäßwiderstand nimmt ab und das Herz muss weniger Pumpkraft aufbringen und wird geschont.
ACE-Hemmer werden zur Behandlung von Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit (KHK), zur Reinfarkt-Prophylaxe und bei chronischer Herzinsuffizienz angewendet. Allerdings sind nicht alle Vertreter in jeder Indikation zugelassen. Captopril, Enalapril und Ramipril sind Mittel der ersten Wahl bei Kindern mit Bluthochdruck. Ist kein Fertigarzneimittel für die kleinen Patient:innen im Handel, kann die Herstellung einer Rezeptur eine Alternative sein. Neben niedrigdosierten Kapseln ist auch das Anfertigen einer wässrigen Lösung eine Option. Eine entsprechende Herstellungsvorschrift liefert das DAC/NRF.
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