Telmisartan: Mundtrockenheit durch Blutdrucksenker?
Etwa ein Drittel der Menschen hierzulande leiden unter Bluthochdruck. Zur Behandlung kommen verschiedene Wirkstoffgruppen ins Spiel, darunter auch Sartane. Doch mitunter sind diese mit Nebenwirkungen verbunden. Besteht zwischen Telmisartan und dem Auftreten von Mundtrockenheit ein Zusammenhang?
Sartane wie Telmisartan gehören zu den am häufigsten verschriebenen Blutdrucksenkern und greifen in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ein, indem sie als selektiver Antagonist am AT1-Rezeptor wirken. Dadurch wird die Wirkung von Angiotensin II an diesem Rezeptor gehemmt. Außerdem werden die Natrium-Ausscheidung sowie die Reabsorption von Kalium gefördert. Die Wirkstoffgruppe wird bei Hypertonie, chronischer Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen eingesetzt. Kann unter Telmisartan allein nicht der gewünschte Effekt erzielt werden, kommt die Fixkombination aus Hydrochlorothiazid/Telmisartan ins Spiel.
Doch keine Wirkung ohne Nebenwirkungen. Erst kürzlich mussten die Fach- und Gebrauchsinformationen zudem um den Hinweis auf Schwindelgefühl ergänzt werden. Ob zu den unerwünschten Wirkungen von Telmisartan auch Mundtrockenheit gehört, die die Therapietreue gefährden kann, stellt die Deutsche Herzstiftung klar.
Mundtrockenheit unter Telmisartan: (K)ein Zusammenhang?
Die Expert:innen hat die Frage einer Patientin erreicht, die bereits seit einigen Jahren mit Blutdrucksenkern behandelt wird, aktuell mit Telmisartan. Allerdings hat sich bei der Frau eine ausgeprägte Mundtrockenheit entwickelt, die sie auf die Einnahme des Antihypertensivums zurückführt. Hinzukommt Müdigkeit. Die Schleimhäute in Rachen und Nase sind ebenfalls trocken.
Wie die Herzstiftung klarstellt, gelte es zunächst einmal zwischen allgemeinen Nebenwirkungen der Blutdrucksenkung und spezifischen, sprich Wirkstoff-bedingten, Nebenwirkungen zu unterscheiden. Während sich erstere vor allem durch Müdigkeit, Schlappheit und verminderte Leistungsfähigkeit, insbesondere in der Gewöhnungsphase zu Therapiebeginn, bemerkbar machen, seien letztere unter Telmisartan insgesamt nur selten. Das gelte auch für die berichtete Mundtrockenheit, sodass die Expert:innen den vermuteten Zusammenhang als unwahrscheinlich einstufen – auch wenn Mundtrockenheit unter Telmisartan je nach Präparat in den Packungsbeilagen unter den seltenen – 1 von 1.000 behandelten Personen – bis gelegentlichen – 1 von 100 behandelten Personen – Nebenwirkungen aufgeführt wird.
Dagegen seien andere Arzneimittel beziehungsweise Wirkstoffgruppen, beispielsweise Entwässerungsmittel oder zentral wirksamen Blutdruckmittel, durchaus oftmals mit Mundtrockenheit verbunden. Die Expert:innen raten zur Arztrücksprache, um die genauen Ursachen der Beschwerden zu klären. Auch ein Umstieg auf andere Blutdrucksenker wie Calciumkanalblocker sei denkbar.
Übrigens: Sartane weisen bei Bluthochdruck die höchste Therapietreue auf. Um diese nicht zu gefährden, liefern die Expert:innen noch einige Tipps, um die Beschwerden von Mundtrockenheit bei Betroffenen zu lindern. Betroffene sollten viel Wasser, ungesüßte Kräutertees trinken, und zwar in regelmäßigen kleinen Schlucken. Zur Förderung des Speichelflusses können neben wasserreichen Lebensmitteln außerdem Bonbons oder Kaugummis ohne Zucker genutzt werden. Auf Alkohol, Rauchen und Kaffee sollte dagegen verzichtet werden.
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