Statine bei Brustkrebs: Sterblichkeit sinkt um bis zu 70 Prozent
Brustkrebs stellt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. Bei vielen Patientinnen führt die Erkrankung zum Tod. Nun zeigen Forschende, dass Statine die Sterblichkeit durch Brustkrebs verringern kann – je nach Krebsart sogar um rund 70 Prozent.
Statine gehören unter anderem zu den Mitteln der Wahl zur Senkung erhöhter Cholesterinspiegel – Hypercholesterinämie. Denn sie hemmen die HMG-CoA-Reduktase, ein Enzym, das als Zwischenprodukt bei der Cholesterinneusynthese eine Rolle spielt. Die Arzneistoffe unterdrücken die Cholesterinbildung, was mit einer verstärkten Aufnahme aus dem Blutplasma kompensiert wird. Der Low-densitity Lipoprotein (LDL)-Cholesterinspiegel im Blut sinkt.
Doch die Wirkstoffe der Arzneimittelgruppe haben noch weitere positive Effekte. Dazu gehört offenbar auch, dass Statine die Sterblichkeit bei Brustkrebs deutlich verringern können, vor allem bei bestimmten Krebsformen.
Übrigens: Die Angst vor Nebenwirkungen von Statinen ist vielfach unbegründet.
Brustkrebs: Statine senken Sterblichkeit deutlich
Das haben Forschende des Krebszentrums der Universität Tampere (Finnland) herausgefunden. Demnach konnten Statine, die ab der Diagnose Brustkrebs eingenommen wurden, die Überlebenschancen von Patientinnen deutlich verbessern. Dazu gehörten vor allem Frauen mit frühem Brustkrens und Hormonrezeptor-positiven Subtypen des Mammakarzinoms.
Für die retrospektive populationsbasierte Kohortenstudie wurden die Daten von rund 7.400 Frauen im Durchschnittsalter von 60 Jahren berücksichtigt, bei denen lokalisierter oder lokal fortgeschrittener Brustkrebs diagnostiziert wurde. Ein Teil der Patientinnen erhielt bereits vor der Diagnose Statine, ein anderer Teil erst danach.
Dabei zeigte sich: Statine konnten generell dafür sorgen, dass die Sterblichkeit durch Brustkrebs geringer ausfiel, und zwar um im Schnitt 32 Prozent. Und auch die Gesamtsterblichkeit sank durchschnittlich um 17 Prozent. Das gilt allerdings nur für eine postdiagnostische Einnahme. Die Anwendung vor der Diagnose hatten keinen Effekt auf das Sterberisiko.
Entscheidend war jedoch nicht nur der Einnahmezeitpunkt, sondern auch die genaue Krebsart. Demnach war die positive Wirkung von Statinen bei Brustkrebs bei Frauen, die von Hormonrezeptor-positiven Subtypen des Mammakarzinoms betroffen waren, am größten. Bei ihnen sank die Krebssterblichkeit um bis zu 71 Prozent, die Gesamtmortalität um bis zu 49 Prozent – beides bei Luminal B/HER2-positiven Subtypen.
„Diese Befunde legen nahe, dass eine Therapie mit Statinen die Überlebensraten von Patientinnen mit frühem Hormonrezeptor-positivem Subtyp verbessern könnte“, so das Fazit der Forschenden. Dass dies jedoch allein auf die Senkung der Cholesterinwerte zurückgeht, konnte anhand der Ergebnisse wiederlegt werden, da eine Veränderung der Werte wiederum keine signifikanten Veränderung der Mortalität ergab. Dennoch sind weitere, klinische Studien zur Bestätigung nötig, auch um die genauen Hintergründe näher zu beleuchten.
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