Schutz vor FSME und Borreliose: Apotheken haben Lotsenfunktion
Erst kürzlich hat das Statistische Bundesamt bekanntgegeben, dass sich die Zahl der jährlichen Todesfälle nach Zeckenstichen zuletzt erhöht hat. Denn die Blutsauger übertragen unter anderem Borreliose und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Auch in diesem Jahr sind Zecken bereits wieder aktiv. Umso wichtiger ist es, Patient:innen für den Aufenthalt im Grünen rechtzeitig zu sensibilisieren. Und hierbei spielen Apotheken eine zentrale Rolle, wie Ute Fischer, Ehrenvorsitzende des Borreliose und FSME Bundes Deutschland (BFBD), deutlich macht.
Als eine der ersten Anlaufstellen kommt Apotheken unter anderem eine Aufklärungspflicht zu. So sollten Kund:innen bereits vor einem Zeckenstich beziehungsweise -kontakt über die Möglichkeit der Impfung informiert werden. Gegen FSME stehen mehrere Impfstoffe zur Verfügung.
Achtung: Fischer appelliert jedoch, die FSME-Impfung nicht pauschal als „Zeckenimpfung“ zu bezeichnen. Denn ein Schutz vor Borreliose besteht damit nicht. Und auch der bewährte Zeckenatlas kann hilfreich sein, zeigt jedoch nur FSME-Risikogebiete. Borreliose kann jedoch flächendeckend innerhalb und außerhalb von Europa übertragen werden und tritt laut den Behandlungszahlen der Kassenärztlichen Vereinigungen um ein Vielfaches häufiger auf.
Um eine Infektion zu vermeiden, ist auch das gründliche Absuchen am gesamten Körper unverzichtbar. Denn ein Rundum-Schutz besteht selbst bei der Nutzung von Zeckensprays mit Icaridin oder DEET nicht. „Viele Menschen beachten nicht, ob ein Abwehrspray auf die Haut oder auf die Kleidung gesprüht werden soll“, betont Fischer. Auch im Hinblick auf die Wirkdauer gibt es Unsicherheiten. „Deshalb ist es sicherer, sich trotzdem abzusuchen und die Kleidung, die man noch einmal tragen will, in den Trockner zu geben“. Denn während Zecken beim Duschen oder in der Waschmaschine bei bis zu 60 Grad problemlos überleben können, ist eine Behandlung im Trockner der sicherste Weg, sie loszuwerden.

Nach Zeckenstich: Auf die Symptome achten
Kommt es trotzdem zum Stich, heißt es zunächst Ruhe bewahren. Denn nicht immer ist direkt ein Arztbesuch erforderlich, weil nicht jede Zecke automatisch Borrelien oder Erreger von FSME überträgt. Wird beispielsweise ein Zeckenstich erkannt, aber es liegen keine Symptome wie Kopfschmerz, Schwindel oder Fieber vor, kann erst einmal abgewartet werden. Eine Infektion mit FSME macht sich in der Regel durch starke, grippeähnliche Symptome bemerkbar.
Demgegenüber gehört die Wanderröte, eine ringförmige, sich ausbreitende Rötung um die Einstichstelle, zu den typischen Symptomen einer Borreliose. Tritt diese auf, sollten Patient:innen darauf hingewiesen werden, diese auf der Haut mit einem Permanentmarker einzukreisen. Der Grund: Bis zum Arztbesuch können Veränderungen auftreten oder die Rötungen sogar zeitweise wieder verschwinden. Das ist jedoch nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass die Borreliose geheilt ist, warnt Fischer.
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