Krebs: Vitamin D gegen Hautreaktionen
Werden Patient:innen im Rahmen einer Krebserkrankung mit Chemo- oder Strahlentherapie behandelt, ist dies oft mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität und mitunter starken Nebenwirkungen verbunden. Dazu gehören auch Hautreaktionen. Hochdosiertes Vitamin D soll hier Linderung verschaffen.
Vitamin D ist der übergeordnete Begriff für die Gruppe der fettlöslichen Calciferole. Zu den wichtigsten Vertreter gehört dabei Vitamin D3 (Colecalciferol). Das Vitamin unterstützt die Knochen in der Aufnahme von Calcium und Phosphat und sorgt somit für gesunde starke Knochen und wirkt einer Osteoporose entgegen.
Immer wieder wird außerdem über weitere gesundheitsfördernde Wirkungen des Vitamins diskutiert. Bereits vor einiger Zeit haben Forschende gezeigt, dass die Einnahme von Vitamin D die Krebssterblichkeit senken kann, und zwar bereits bei niedriger Dosierung. Nun wurde ein weiterer positiver Effekt des Sonnenvitamins bei Krebs entdeckt. Demnach kann Vitamin D dazu beitragen, Hautreaktionen wie Rötungen, Juckreiz oder brennende Entzündungen im Rahmen einer Krebsbehandlung zu verringern.
Vitamin D lindert Hautreaktionen durch Krebsbehandlung
Das ist das Ergebnis einer kleinen Fallserie, für die Krebspatient:innen berücksichtigt wurden, die entweder an einem sogenannten toxischen Erythem nach Chemotherapie oder an einer akuten Strahlendermatitis litten. Alle Teilnehmenden wurden mit 100.000 Internationalen Einheiten (I.E.) Vitamin D – einmalig oder in zwei Gaben – behandelt und anschließend zehn Tage nachbeobachtet.
Ein Großteil der Patient:innen berichtete dabei über eine spürbare Linderung der Beschwerden, oftmals schon nach fünf Tagen. Sowohl die Hautreaktionen verringerten sich durch Vitamin D als auch der damit verbundene Juckreiz. Daher konnte die Mehrheit der Teilnehmenden die Krebstherapie ohne Unterbrechung fortsetzen. Denn auffällige Nebenwirkungen blieben trotz der hohen Dosierung aus. Das galt auch für eine befürchtete Erhöhung des Calciumspiegels im Blut.
Die Forschenden führen den positiven Effekt bei Hautreaktionen auf die womöglich entzündungshemmende Wirkung von Vitamin D zurück, die ein Abheilen der geschädigten Haut unterstützen könnte. Dies muss jedoch in weiteren klinischen Studien genauer untersucht werden. Außerdem muss noch bestätigt werden, dass das Sonnenvitamin ursächlich für die Besserung der Hautreaktionen ist.
Eine generelle Empfehlung zum Einsatz von hochdosiertem Vitamin D gegen Hautreaktionen aufgrund einer Krebsbehandlung kann daher nicht ausgesprochen werden – zumindest noch nicht.
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