Ibuprofen: Im ersten Trimenon sicher?!
Müssen Schwangere zu Schmerzmitteln greifen, ist Vorsicht geboten. Denn mitunter droht Gefahr für das Ungeborene. So sind unter anderem nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) vor allem gegen Ende der Schwangerschaft tabu. Doch was gilt zu Beginn? Wie sicher sind Ibuprofen und Co. im ersten Trimenon?
NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac und Co. gehören zu den Mitteln der Wahl zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen. Das gilt auch in der Schwangerschaft – zumindest im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel. Ab der 28. Schwangerschaftswoche sind NSAR jedoch tabu. Der Grund: Die Schmerzmittel können Herz- und Nierenprobleme beim Kind verursachen. Bei Ibuprofen gilt zudem bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche Vorsicht, denn es droht das Risiko eines Oligohydramnions, das durch eine fötale Nierenfunktionsstörung ausgelöst werden kann.
Hinzukommt, dass bisher nicht eindeutig belegt ist, wie sicher NSAR wie Ibuprofen Diclofenac und Naproxen im ersten Trimenon sind. Eine Studie liefert die Antwort – und gibt Entwarnung.
NSAR kommen vor allem zur Schmerz- und Entzündungsminderung zum Einsatz. Ihre Wirkung geht auf eine Hemmung der Cyclooxygenase und eine damit verbundene Abnahme der Prostaglandinproduktion zurück.
Ibuprofen und Co. NSAR im ersten Trimenon sicher
Demnach erhöhen im ersten Schwangerschaftsdrittel eingenommene NSAR das Risiko für schwere Geburtsfehler beim Kind nicht. Das ist das Ergebnis einer Kohortenstudie im Rahmen des Projekts „Southern Israeli Pregnancy Registry“. Dafür haben Forschende der Ben-Gurion-Universität in Israel Informationen von knapp 265.000 Schwangeren im Zeitraum von 1998 bis 2018 ausgewertet. Mehr als 20.000 (8 Prozent) Frauen hatten zu Beginn der Schwangerschaft NSAR angewendet, am häufigsten Ibuprofen. Dabei zeigte sich im Vergleich zu Frauen, die entsprechende Arzneimittel nicht genutzt hatten, kein signifikanter Unterschied im Hinblick auf die Häufigkeit schwerer angeborener Fehlbildungen oder Belastungen einzelner Organsysteme wie Herz, Skelett, Nervensystem oder Verdauungstrakt. „Unsere Ergebnisse liefern beruhigende Hinweise darauf, dass die Einnahme von NSAR in der Frühschwangerschaft nicht mit schwerwiegenden Geburtsfehlern in Zusammenhang steht“, heißt es in der Studie. Ibuprofen und Co. gelten somit im ersten Trimenon als sicher.
„Diese Erkenntnisse können sowohl schwangeren Frauen als auch Ärzten helfen, fundierte Entscheidungen über die Behandlung von Schmerzen und Fieber in der Frühschwangerschaft zu treffen.“ Doch die Forschenden weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Daten nur Rückschlüsse für das erste Schwangerschaftsdrittel liefern. An den bestehenden Empfehlungen beziehungsweise Warnungen im weiteren Verlauf der Schwangerschaft ändert sich folglich nichts.
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