Gicht: Tomaten als Auslöser?
Knapp eine Million Menschen leidet hierzulande unter Gicht, einer Stoffwechselerkrankung, die sich in einer starken Entzündung der Gelenke äußert. Verschiedene Faktoren kommen als Auslöser für die Erkrankung und das Auftreten entsprechender Anfälle infrage. Auch Tomaten können offenbar Gicht begünstigen.
Bei einem Gichtanfall schwellen bestimmte Gelenke innerhalb weniger Stunden an und werden sehr schmerzempfindlich. Dieser Zustand kann bis zu zwei Wochen anhalten. Zu den Auslösern gehören vor allem Stress und Infektionen, doch auch die Ernährung kann eine Rolle spielen. So kann auch ein erhöhter Verzehr von Fleisch und/oder Alkohol das Auftreten von Gichtanfällen begünstigen. So weit, so bekannt. Nun zeigen Forschende: Tomaten sind ebenfalls ein Auslöser von Gicht.
Zur Erinnerung: Gicht (arthritis urica) ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der sich im Blut zu viel Harnsäure ansammelt (Hyperurikämie). Die überschüssige Harnsäure lagert sich in Form von Kristallen im Körper ab, vor allem in Gelenken und Sehnen, aber auch in Schleimbeuteln und inneren Organen wie den Nieren. Die Folge: schmerzhafte Entzündungen. Mehr dazu verrät dir unser Indikationscheck.
Gicht: Tomaten könnten Anfälle begünstigen
Dass Tomaten nicht nur schmackhaft sind, sondern auch positive Effekte auf die Gesundheit haben können – Stichworte antidepressive Wirkung und Schutz vor Bluthochdruck –, ist bekannt. Doch es drohen auch Risiken. Ein Team der University of Otago (Neuseeland) hat herausgefunden, dass der Verzehr von Tomaten Gicht beziehungsweise Gichtanfälle begünstigen kann.
Dafür wurden Daten von Gicht-Patient:innen ausgewertet. Unter anderem wurden rund 2.000 Patient:innen mit Gichtanfällen zu den möglichen Auslösern befragt. Jede/r Fünfte nannte dabei Tomaten als Ursache. Insgesamt wurden diese nach Meeresfrüchten, Alkohol und rotem Fleisch als vierthäufigste Ursache für einen Gichtanfall genannt.
Zwar gibt es den Forschenden zufolge keinen eindeutigen Beleg für den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Tomaten und Gicht, allerdings durchaus „Hinweise darauf, dass Tomatenkonsum ein anekdotischer Auslöser von Gichtanfällen sein kann“, heißt es daher in der Studie. Der Grund: Zwar enthalten Tomaten nur wenig Purin, dennoch können sie den Harnsäure-Spiegel steigen lassen – ähnlich wie Alkohol oder Fleisch –, was wiederum als Hauptursache von Gicht gilt. Hintergrund ist ein möglicher Einfluss von Tomaten auf die hepatische Uratproduktion oder die renale Harnsäureausscheidung.
Übrigens: Zur Vorbeugung von Gichtanfällen sollten Betroffene generell auf eine purinarme Ernährung setzen und Lebensmittel mit einem Gehalt von mehr als 150 Milligramm Purin pro 100 Gramm meiden. Dazu gehören unter anderem Fleisch, Wurst, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte, Spinat, Spargel.
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