Gürtelrose: Stiko erweitert Impfempfehlung
Zum Schutz vor einer Gürtelrose-Erkrankung kommt eine Impfung ins Spiel, und zwar mit dem Totimpfstoff Shingrix (GSK). Empfohlen wird diese bisher allen Personen im Alter von ≥ 60 Jahren sowie Menschen im Alter von ≥ 50 Jahren mit erhöhtem Gesundheitsrisiko. Nun weitet die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Impfempfehlung gegen Gürtelrose aus. So sollen unter anderem die Infektionszahlen verringert werden.
Eine Gürtelrose verursacht starke Schmerzen und einen Ausschlag aus Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Auslöser sind Herpesviren vom Typ Varizella zoster. Windpocken gelten als Erstinfektion. Kommt es aus unterschiedlichen Gründen wie Stress, UV-Strahlung, einem schwachen Immunsystem oder höherem Alter zu einer Reaktivierung, tritt erneut ein Ausschlag aus Bläschen auf der Haut auf – die lokal begrenzte Gürtelrose.
Zum Schutz kommt eine Impfung infrage. Diese wird jedoch bisher frühestens ab einem Alter von 50 Jahren empfohlen – sofern ein erhöhtes Risiko für eine gesundheitliche Gefährdung vorliegt. Eine Immunisierung gemäß Stiko-Empfehlung mit dem adjuvantierten Totimpfstoff Shingrix ist dabei Pflichtleistung der Kassen.
Nun sprechen die Stiko-Expert:innen eine neue Impfempfehlung gegen Gürtelrose aus. Diese wird auf alle Personen ab 18 Jahren mit erhöhtem Risiko für eine Herpes zoster (HZ)-Erkrankung ausgeweitet, wie es im Epidemiologischen Bulletin (45/2025) heißt.
Gürtelrose: Impfempfehlung für alle Erwachsenen mit erhöhtem HZ-Risiko
„Für immunsupprimierte Personen, für Personen mit Autoimmunerkrankungen sowie für Personen mit schweren Ausprägungen von spezifischen chronischen Grunderkrankungen besteht unabhängig vom Alter ein erhöhtes Risiko, an HZ zu erkranken“, begründet die Stiko die Entscheidung, die Impfung für alle Erwachsenen ab 18 Jahren mit erhöhtem Gesundheitsrisiko zu empfehlen. Dazu gehören unter anderem Patient:innen mit
- Diabetes mellitus,
- chronischer Niereninsuffizienz,
- HIV-Infektion,
- rheumatoider Arthritis,
- chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen,
- chronisch obstruktiver Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale,
- malignen neoplastischen Krankheiten,
- systemischem Lupus erythematodes,
- immunsuppressiver Medikation (beispielsweise JAK-Inhibitoren oder eine zytostatische Chemotherapie),
- zellbasierten Therapien,
- einer Organtransplantation oder
- einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation.
Durch die Erweiterung der Impfempfehlung gegen Gürtelrose sollen die Infektionszahlen verringert sowie Komplikationen wie Rezidive oder die postherpetische Neuralgie verhindert werden.
Weiterhin gilt: Die Standardimpfung erfolgt mit zwei Impfstoffdosen zu je 0,5 ml im Abstand von zwei bis sechs Monaten. Der Schutz besteht dabei für bis zu zehn Jahre. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind – mit Ausnahme eines geringfügig erhöhten Risikos für ein Guillain-Barré-Syndroms in 3 Fällen pro 1 Million verabreichter Impfstoffdosen – nicht zu erwarten.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Mittelohrentzündung: Abwarten statt Antibiotika?
Etwa acht von zehn Kindern erkranken in den ersten Lebensjahren an einer Mittelohrentzündung. Der Leidensdruck der kleinen Patient:innen ist meist …
Chronischer Husten durch Semaglutid und Co.
Semaglutid und andere Inkretinmimetika können nicht nur den Blutzucker senken, sondern auch zu einem Gewichtsverlust führen. Doch keine Wirkung ohne …
Substitol: Nadelstichgroße Perforationen bei weiteren Chargen
Bereits im Oktober hat Mundipharma über nadelstichgroße Perforationen einzelner Substitol-Kapseln (Morphinsulfat) informiert. Jetzt tritt der technische Qualitätsmangel bei weiteren Chargen …














