Gegen Jo-Jo-Effekt: Abnehmpille nach -spritze?
„Spritze rein, schlanker sein“ – und es anschließend auch bleiben? Diese Hoffnung macht der Jo-Jo-Effekt nach dem Absetzen von Abnehmspritzen häufig zunichte. Nun wollen Forschende eine Lösung entdeckt haben: eine Weiterbehandlung mit der Abnehmpille, die den Jo-Jo-Effekt zumindest eindämmen soll.
Dass GLP-1-Analoga wie Semaglutid und Co. schnell die Kilos purzeln lassen, ist ebenso bekannt wie der drohende Jo-Jo-Effekt nach deren Absetzen, und zwar bereits nach wenigen Wochen. Doch nun zeigt sich: Mit einer oralen Weiterbehandlung lässt sich die erneute Gewichtszunahme zum Großteil eindämmen. So kann die Abnehmpille mit dem Wirkstoff Orforglipron (Lilly) gegen den Jo-Jo-Effekt wirken.
Wie Semaglutid und Co. ist auch Orforglipron ein GLP-1-Rezeptoragonist, genau ein nicht-peptidisches, oral verfügbares GLP-1-Analogon, das einmal täglich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen wird. Der Wirkstoff wird sowohl zur Gewichtsreduktion als auch zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt.
Nach Abnehmspitze auf Abnehmpille umsteigen?
Zwar erwies sich Orforglipron in Studien im Vergleich zu Abnehmspritzen als etwas weniger effektiv, doch wie Forschende nun deutlich machen, kann die Abnehmpille den womöglich auftretenden Jo-Jo-Effekt eindämmen.
Das ist das Ergebnis einer doppelblinden, randomisierten Phase-IIIb-Studie aus den USA, bei der mehrere hundert Patient:innen untersucht wurden, die an Adipositas oder Übergewicht und adipositasassoziierten Begleiterkrankungen litten, ohne jedoch einen Diabetes aufzuweisen. Alle Teilnehmenden wurden zuvor über rund 72 Wochen entweder mit Semaglutid oder Tirzepatid behandelt, was zu einem Gewichtsverlust von im Schnitt mindestens 5 Prozent geführt hat.
Jo-Jo-Effekt durch Weiterbehandlung
Nachdem die Therapie mit den Abnehmspritzen beendet wurde, erfolgte über weitere 52 Wochen eine Nachbehandlung – entweder mit einem Placebo oder Orforglipron. Dabei zeigte sich: Die Abnehmpille konnte den Jo-Jo-Effekt nach dem Absetzen der Spritzen deutlich verringern. Genau konnten bei den Semaglutid-Patient:innen knapp 80 Prozent des Gewichtsverlustes durch die Pille aufrechterhalten werden, während es unter Placebo nur rund 38 Prozent waren. Bei vorherigen Tirzepatid-Nutzer:innen waren es 75 Prozent im Vergleich zu 49 Prozent.
Auch andere Faktoren, darunter der HbA1c-Wert, der Blutdruck, die Triglyzeride und der Taillenumfang blieben durch die Weiterbehandlung weitgehend erhalten. Nebenwirkungen wie gastrointestinale Beschwerden fielen unter der Therapie überwiegend mild bis moderat aus.
„Der Switch auf eine orale Therapie könnte daher eine Option für Patienten sein, die injizierbare Medikamente aus Gründen der Präferenz, Annehmlichkeit, Kosten oder Lagerung nicht fortführen möchten“, so das Fazit. Nun müsse jedoch noch geprüft werden, ob sich die beobachteten Effekte auch über ein Jahr hinaus fortsetzen würden.
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