Blutdrucksenker: Bei Hitze droht Hypotonie
Blutdrucksenker gehören zu den meistverordneten Arzneimitteln. Zur Wahl stehen verschiedene Wirkstoffgruppen. Doch unter der Anwendung ist Vorsicht geboten, vor allem im Sommer. So drohen bei Hitze unter Blutdrucksenkern verschiedene Gefahren.
Wechselwirkungen können nicht nur unter gleichzeitiger Einnahme verschiedener Arzneimittel auftreten, sondern auch durch die Kombination mit bestimmten Lebensmitteln – beispielsweise Milchprodukten oder Grapefruits. Doch damit nicht genug, denn auch die Umgebung kann ein entscheidender Faktor sein und die Wirkung beeinflussen. Stichwort Hitze. Bei der Anwendung von Fentanyl-Pflastern droht dabei sogar Lebensgefahr. Doch auch bei Blutdrucksenkern ist bei Hitze Vorsicht geboten, denn es droht eine schwere Hypotonie.
ACE-Hemmer und Hitze: Hypotonie droht
Ein Beispiel für den Einfluss von Hitze auf die Wirkung von Bludrucksenkern sind ACE-Hemmer. Die Wirkstoffe besitzen blutdrucksenkende und gefäßerweiternde Eigenschaften und greifen in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ein. Dieses reguliert den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt und beeinflusst dadurch den Blutdruck. Weil das Angiotensin Converting Enzyme blockiert wird, reduziert sich der Angiotensin II-Spiegel – die Blutgefäße weiten sich, der Gefäßwiderstand nimmt ab und das Herz muss weniger Pumpkraft aufbringen und wird geschont.
Das Problem: Unter der Einnahme kommt es zu einem verringerten Durstgefühl, sodass oftmals zu wenig Flüssigkeit aufgenommen wird. Da bei Hitze durch das vermehrte Schwitzen der Bedarf jedoch besonders erhöht ist, wird die Herausforderung umso größer. Denn zusätzlich zum geringen Flüssigkeitsvolumen kann der gefäßerweiternde Effekt der Wirkstoffe in Verbindung mit der Temperatur-bedingten Erweiterung der Blutgefäße sowie Blutdrucksenkung zu einer Hypotonie führen. Typische Beschwerden sind Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Ohnmacht und Sehstörungen. Über einen längeren Zeitraum kann sich daraus eine Nierenfunktionsstörung entwickeln, sodass die Ausscheidung von Arzneistoffen eingeschränkt wird.
Um dies zu verhindern, wird Patient:innen empfohlen, ein Trinkprotokoll zu führen, um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen. Außerdem sollte eine regelmäßige Blutdruckkontrolle erfolgen. Bei länger andauernden Hitzeperioden oder einem Aufenthalt in heißen Gebieten kann zudem eine Dosisreduktion angezeigt sein, wie die Herzstiftung informiert – allerdings nur unter Arztrücksprache.
Blutdrucksenker: Bei Hitze droht Gefahr
Auch unter anderen Blutdrucksenkern wie Diuretika lautet die Empfehlung, bei Hitze den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt im Blick zu behalten. Die Wirkstoffe können bei Hitze womöglich das Schwitzen verringern und ebenso wie Betablocker einen Einfluss auf die kutane Vasodilatation haben. Beides kann zur Gefahr werden.
So besitzen Betablocker unter anderem peripher gefäßverengende Eigenschaften. Durch eine Verengung der Blutgefäße in der Haut kann Wärme schlechter abgeleitet und die die körpereigene Hitzeregulation gestört werden. Eine verringerte Schweißproduktion kann zu Schwindel, Hitzeerschöpfung und einem erhöhten Herzinfarktrisiko führen.
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