Mückenschutz: Gewöhnungseffekt bei Repellentien?
Ssssss – in der warmen Jahreszeit summt und brummt es vielerorts herum. Insektenstiche sind dabei vorprogrammiert. Um sich vor Mücken und Co. zu schützen, finden Repellentien Anwendung, allem voran Diethyltoluamid. Doch DEET kann offenbar zu einem Gewöhnungseffekt führen.
Mückenweibchen, die auf der Suche nach einer Blutmahlzeit sind, werden bekanntlich vom menschlichen Körpergeruch angelockt. Kommt es zum Stich, injiziert die Mücke beim Blutsaugen Speichel in die Haut. Das Speichelsekret enthält wiederum gerinnungshemmende Peptide und Proteine, auf die das menschliche Immunsystem mit der Ausschüttung von Histamin reagiert – Schwellung, Rötung und Juckreiz sind die Folgen. Um möglichst stichfrei zu bleiben, kommen verschiedene Repellentien ins Spiel. Doch wie sich nun herausstellt, könnten einige davon mit einem Gewöhnungseffekt verbunden sein, sodass der Mückenschutz eingeschränkt ist.
Repellentien: Gewöhnungseffekt unter DEET
Neben pflanzlichen Helfern mit verschiedenen ätherischen Ölen wie Geraniol, Menthol, Cineol, Teebaumöl und Co. gehört vor allem DEET zu den Mitteln der Wahl beim chemischen Mückenschutz. Die Substanz hat ein breites Wirkspektrum und ist unter anderem gegen heimische Mücken, Zecken und Bremsen, aber auch gegen tropische Mücken wirksam. DEET sorgt dafür, dass die menschlichen Duftstoffe von den Insekten nicht mehr wahrgenommen werden. Die Wirkdauer hängt von der Konzentration ab. Bei einem Wirkstoffgehalt von 30 Prozent beträgt die Wirkdauer bis zu sechs Stunden. Mit einer DEET-Konzentration von 50 Prozent profitieren die Anwender:innen von einem Schutz, der bis zu zehn Stunden anhalten kann. Konzentrationen von weniger als 20 Prozent zeigen dagegen keine ausreichende Wirkung.
Doch nun haben Forschende der Virginia Tech in den USA herausgefunden, dass Repellentien mit DEET zu einem Gewöhnungseffekt führen können, sodass Mücken trotzdem angelockt werden. Mehr noch: Ein Dauergebrauch kann von den Insekten sogar mit einem Belohnungseffekt verbunden werden.
DEET besser mehrmals anwenden
Dies wurde anhand von Gelbfiebermücken untersucht. Diese waren hinter einem Stoffgitter festgehalten, während ein Beutel mit Blut kurz außerhalb ihrer Reichweite positioniert wurde. Nachdem die Mücken begonnen hatten, sich vom Blut zu ernähren, wurde der Geruch von DEET eingeführt und das Experiment anschließend mehrfach wiederholt. Nach dem vierten Mal versuchte ein Großteil der Mücken, trotz bestehendem DEET-Geruch Blut zu saugen.
Anschließend erfolgte der Versuch an menschlicher Haut. So wurde den Insekten eine unbehandelte und eine mit DEET behandelte Hand vorgehalten. Während das Insektenschutzmittel bei Mücken, die nicht an den Geruch gewöhnt waren, abschreckend wirkte, zog dieser Blutsauger mit Gewöhnungseffekt sogar noch an.
Dies führen die Forschenden darauf zurück, dass die Insekten eine Art Belohnungseffekt damit verbinden, wenn sie es bei abnehmenden Konzentrationen von DEET trotzdem schaffen, Blut zu saugen. Um das Problem des Gewöhnungseffekts unter DEET zu umgehen, schlagen sie daher ein regelmäßiges Auftragen anstelle der einmaligen Nutzung großer Mengen vor. Denn so könnte die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass der Mückenschutz wirksam bleibt und ein kontinuierlicher Schutz gewährleistet ist.
DEET bleibt dem Team zufolge dennoch weiterhin der Goldstandard. „Es ist nach wie vor eines der wirksamsten, zur Verfügung stehenden Abwehrmittel. Das gilt insbesondere für Regionen, in denen durch Mücken übertragene Krankheiten weit verbreitet sind“, heißt es.
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