Adexa zum digitalen Impfpass: „Frustration vorprogrammiert“
Das Ausstellen des digitalen Impfnachweises sorgt in den Apotheken für Wirbel. Neben der großen Nachfrage mussten die Kolleg:innen zum Start mit Serverausfällen und Co. kämpfen. Ärger und Frust rund um den digitalen Impfpass dürften daher nicht lange auf sich warten lassen, heißt es von der Adexa.
Das Wichtigste vorweg: Die neuen Aufgaben und Herausforderungen beim digitalen Impfpass werden die Apotheken meistern, ist sich Adexa-Vorstand Andreas May sicher. „Die Apothekenteams werden wie immer in der Pandemie ihr Bestes geben, um die kurzfristigen Vorgaben der Politik im Sinne der Bevölkerung umzusetzen“, erklärt er in einem Statement. Und genau dies haben die Kolleg:innen bereits am ersten Tag unter Beweis gestellt. Rund 13.000 Apotheken waren zum Start dabei und haben innerhalb weniger Stunden etwa 140.000 Zertifikate ausgestellt, erklärte der DAV.
Doch während das Prozedere bei einigen reibungslos anlief, standen andere vor Herausforderungen und mussten die Kund:innen trotz großer Nachfrage vertrösten. Hinzu kommt, dass nicht alle Apotheken den Service direkt anbieten. Zahlreiche Impflinge müssen daher noch auf ihr Zertifikat verzichten, was bei vielen für Ärger sorgen dürfte, glaubt die Adexa. „Aus Sicht der Apothekengewerkschaft ist beim digitalen Impfpass Frustration vorprogrammiert, ähnlich wie bei der Aufhebung der Impfpriorisierung.“ Den Grund dafür sieht May auch in der Politik: „Bundesgesundheitsminister Spahn stellt den Bürger:innen schon zum wiederholten Mal Maßnahmen und Erleichterungen in Aussicht, deren Umsetzung zeitnah kaum zu realisieren ist. Der Unmut wird dann nicht nur bei den Mitarbeiter:innen in den Apotheken und Arztpraxen abgeladen, sondern kostet auch wertvolle Zeit, die für ernsthaft Erkrankte fehlt.“
Der Adexa-Chef bittet die Bürger:innen beim digitalen Impfpass um Verständnis und mahnt zur Geduld. Denn die Hauptaufgabe der Apotheken besteht in der Arzneimittelversorgung von Patient:innen, erinnert May. „Apothekenteams müssen sicherstellen, dass Erkrankte Rezepte und Mittel zur Selbstmedikation erhalten, ohne sich in lange Schlangen einreihen zu müssen“, mahnt er. Seine Bitte an die Bürger:innen „Wenn Sie den digitalen Impfpass nicht dringend für eine Reise in den nächsten Tagen benötigen, warten Sie noch ein oder zwei Wochen ab.“
Auch während des Ausstellens mahnt May zur Geduld. Denn Apotheken müssen neben den Personalien des Impflings auch die Echtheit seiner Impfdokumentation überprüfen. Zudem müssen Apotheken die Bürger:innen gemäß „Zweiten Änderung des Infektionsschutzgesetzes“ auch auf die Konsequenzen vorgelegter unrichtiger Angaben hinweisen. Denn dafür droht eine Geld- oder Haftstrafe.
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