Rückkehr von Teil- auf Vollzeit: Nur wenige Euro mehr?
Mehr Freizeit, Zeit für die Familie, weniger Stress – Es gibt viele Gründe, warum sich Angestellte dazu entscheiden, in Teilzeit zu arbeiten, und zwar auch in der Apotheke. Angesichts des Personalmangels für viele Inhaber:innen ein No-Go. Da kommt ein Wechsel von Teil- auf Vollzeit gerade recht. Doch für Angestellte bringt dieser offenbar finanziell kaum Vorteile.
Etwa die Hälfte der Apothekenangestellten hierzulande arbeitet in Teilzeit. Allein bei den PTA übertrifft der Anteil der Teilzeitkräfte mit 54 Prozent den der Vollzeitkräfte. Eine Verringerung der Arbeitszeit ist grundsätzlich möglich – allerdings unter gewissen Voraussetzungen. So muss das Arbeitsverhältnis mindestens seit sechs Monaten bestehen und es müssen in der Regel mehr als 15 Mitarbeiter:innen angestellt sein. So weit, so bekannt.
Wer es sich nach einiger Zeit doch wieder anders überlegt und eine Rückkehr von Teil- auf Vollzeit anstrebt, bekommt mit der sogenannten Brückenteilzeit die Chance dazu. Gemäß § 9a Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) greift diese, wenn die verringerte Arbeitszeit nur für einen bestimmten Zeitraum gelten soll, bevor dann wieder aufgestockt wird. Um davon zu profitieren, muss die Apotheke jedoch mindestens 45 Angestellte haben.
Kaum mehr Geld durch Wechsel von Teil- auf Vollzeit?
Für viele Angestellte ist der Wunsch nach einem höheren Gehalt der Grund, von Teil- auf Vollzeit zu wechseln. Dabei lohnt sich der Wechsel aus finanziellen Gründen oftmals kaum, heißt es vom ifo-Institut (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München). Der Grund: Während das Bruttogehalt in Vollzeit zwar deutlich höher ausfällt, bleiben netto mitunter nur wenige Euro mehr, wie ifo-Chef Clemens Fuest kürzlich in einem Interview betonte.
Insbesondere für Menschen mit geringem bis mittlerem Einkommen könne dies zum Problem werden. Hintergrund ist, dass mit steigendem Einkommen auch der Anspruch auf staatliche Zuschüsse wie Wohngeld, Kinderzuschuss und Co. sinkt oder gar komplett entfällt. Bei einem Plus von 2.000 Euro brutto würden laut Fuest letztlich nur rund 32 Euro mehr im Portemonnaie bleiben. Hier müsse die Politik mit entsprechenden Maßnahmen gegensteuern, um angesichts des herrschenden Fachkräftemangels mehr Anreize zu schaffen, von Teil- auf Vollzeit zu wechseln.
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