Bräunungsspritzen: Lebensgefahr durch Melanotan-Präparate
Bereits seit Jahren wird über die Nutzung von sogenannten Bräunungsspritzen oder auch Nasensprays mit Bräunungseffekt diskutiert. Die Präparate enthalten Melanotan und sollen schnell zu Bräune verhelfen, doch es drohen Gefahren, wie aktuell erneut gewarnt wird.
Aktuell warnt die Skin Cancer Foundation eindringlich vor der Anwendung von Melanotan II – beispielsweise in Form von Bräunungsspritzen, die vor allem im Internet als schnelle Lösung für eine dunklere Haut beworben werden. Denn enthalten ist „eine unregulierte Substanz mit schwerwiegenden gemeldeten Nebenwirkungen“, sodass die Nutzung für Verbraucher nicht sicher ist, heißt es.
Melanotan – auch bekannt als Barbie drug – ist eine synthetisch hergestellte Variante des körpereigenen Melanozyten-stimulierenden Hormons und fördert die Bildung von Melanin, das für die dunkle Pigmentierung der Haut verantwortlich ist. Daher werden Melanotan I und II vor allem zur einfachen Bräunung der Haut ohne Sonnenbad angeboten. Hinzu kommt eine Steigerung des sexuellen Verlangens und die Erhöhung der Erektionsfähigkeit.
Das Problem: Melanotan ist nicht zur Anwendung zugelassen und die Sicherheit entsprechender Präparate somit nicht erwiesen. Anhand von Studiendaten ist jedoch bisher klar: Melanotan kann nicht nur für eine Veränderungen von Muttermalen sorgen und die Hautkrebsvorsorge erschweren, sondern auch die Entwicklung von Melanomen begünstigen. Hinzukommt, dass Nasensprays und Bräunungsspritzen anders als oft behauptet nicht vor UV-Schäden und Hautkrebs schützen und somit nicht „gesünder“ sind als ein Bad in der Sonne.
„Weitere Berichte bringen die Substanz mit schwerwiegenden gesundheitlichen Nebenwirkungen in Verbindung, darunter systemische Toxizität und Muskelschäden“, heißt es von der Skin Cancer Foundation weiter. Und auch Übelkeit, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Belastungen, Priapismus und Infektionen gehören zu den berichteten Nebenwirkungen. Beim Giftinformationszentrum Nord wurde zudem ein Fall einer stationären Behandlung nach der Nutzung einer Bräunungsspritze berichtet.
Achtung bei Melanotan: Keine Bräunungsspritzen aus dem Internet
Bräunungsspritzen und Nasensprays mit Melanotan werden häufig im Internet vertrieben – aus unregulierten Online-Quellen. Dadurch besteht für Verbraucher:innen keine Möglichkeit, die Reinheit, Dosierung oder Zusammensetzung der gekauften Produkte zu überprüfen. Weil umfangreiche Tests, wie sie bei der Arzneimittelzulassung durchgeführt werden, fehlen, sind die kurz- und langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen der Präparate weitgehend unbekannt.
„Der Wunsch nach Bräune sollte niemals die Bedenken hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit überwiegen“, so das Fazit der Skin Cancer Foundation. Wer eine gebräunte Haut wünscht, sollte auf Bräunungsspritzen und Nasensprays besser verzichten und stattdessen sicherere kosmetische Alternativen wie Selbstbräuner in Betracht ziehen.
Übrigens: Auch hierzulande wurde bereits vor Jahren vor dem Kauf von Bräunungsspritzen und Co. aus dem Netz gewarnt. „Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät dringend davon ab, melanotanhaltige Produkte aus nicht genau bestimmbaren Internetquellen zu beziehen und für kosmetische Zwecke anzuwenden“, hieß es unter anderem.
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