Ixchiq: Einschränkungen für Impfstoff
Für den Lebendimpfstoff Ixchiq (Valneva) wird die Anwendung eingeschränkt. Die Vakzine soll nur noch Personen verabreicht werden, die ein erhöhtes Risiko für eine Chikungunya-Infektion haben.
Ixchiq ist in der Europäischen Union seit dem 28. Juni 2024 für die aktive Immunisierung zur Vorbeugung einer durch das Chikungunya-Virus verursachten Erkrankung bei Personen ab 18 Jahren zugelassen – die Zulassung wurde inzwischen auf Jugendliche ab einem Alter von zwölf Jahren ausgeweitet. Jetzt wird die Indikation eingeschränkt.
Grundlage ist eine routinemäßige Überprüfung der verfügbaren Sicherheitsdaten durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). Bewertet wurden die Auswirkungen schwerwiegender unerwünschter Ereignisse einschließlich aseptischer Meningitis, die im Zusammenhang mit der Impfung gemeldet wurden, auf das Nutzen-Risiko-Verhältnis.
Schwerwiegende Nebenwirkungen traten bei Personen ab 65 Jahren sowie Personen mit chronischen Grunderkrankungen auf. Die Betroffenen verzeichneten unter anderem eine Verschlechterung des Allgemeinzustands, eine Verschlimmerung bestehender Erkrankungen, Hirnerkrankungen wie Enzephalopathie und Enzephalitis, aseptische Meningitis oder Verwirrtheit. Die unerwünschten Wirkungen führten zu einer Krankenhauseinweisung und in wenigen Fällen zum Tod.
Das ist zu beachten
- Ixchiq sollte erst nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzens und der potenziellen Risiken verabreicht werden.
- Der Impfstoff ist für Personen mit Immundefizienz oder Immunsuppression aufgrund einer Erkrankung oder medizinischen Therapie kontraindiziert. Dazu gehören beispielsweise bösartige Tumore, Chemotherapie, immunsuppressive Therapie, angeborene Immunschwäche oder HIV-Infektion mit schwerer Immunsuppression.
- Der Chikungunya-Impfstoff sollte nicht zusammen mit anderen Impfstoffen verabreicht werden.
Der Name Chikungunya bedeutet so viel wie „gekrümmt Gehende“ und entspricht damit der Körperhaltung der Infizierten. Die Erkrankung wird von Stechmücken wie der Tigermücke übertragen. Zwar verläuft die tropische Infektionskrankheit in der Regel nicht tödlich, löst aber Fieber und schwere Gelenk- und Muskelschmerzen aus. Zu den weiteren Symptomen gehören Kopfschmerzen und extreme Erschöpfung. Die Krankheit klingt meist nach ein bis zwei Wochen ab. Ein Teil der Betroffenen berichtet aber auch Monate oder Jahre nach der Infektion noch über Beschwerden.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Prednisolon wird rezeptfrei
Für drei von vier Wirkstoffen hat der Sachverständigenausschuss (SVA) für Verschreibungspflicht eine Empfehlung für einen OTC-Switch ausgesprochen, darunter Prednisolon. Am Dienstag …
Telmisartan-Tabletten mit unangenehmem Geruch
Der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) liegen Meldungen zu einem unangenehmen Geruch bei Telmisartan-haltigen Tabletten vor. In einigen Fällen wurde …
Desogestrel und Co.: Neue Kontraindikation für Minipille
Minipillen mit Gestagenen wie Desogestrel oder Etonogestrel erfreuen sich zur Verhütung großer Beliebtheit, denn sie sind oftmals mit weniger Nebenwirkungen …















