Gefahr für das Herz: Kein Calcium für Herzkranke?
Calcium werden verschiedene positive Effekte auf die Gesundheit zugesprochen. Vor allem zur Stärkung der Knochen kommt der Mineralstoff zum Einsatz. Doch es drohen auch Risiken. So kann Calcium für einige zur Gefahr für das Herz werden.
Calcium gehört zu den unverzichtbaren Mineralstoffen für den menschlichen Körper und ist unter anderem verantwortlich für die Stabilität von Knochen und Zähnen. Außerdem besitzt der Mineralstoff unter anderem vaskuläre, neuromuskuläre und endokrine Funktionen in Zellen und Geweben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 1.000 mg Calcium für Erwachsene ab 19 Jahren. Kann der tägliche Bedarf nicht über die Nahrung gedeckt werden, kommen Nahrungsergänzungsmittel (NEM) ins Spiel.
Häufig werden Calcium-Präparate als Schutz vor Osteoporose genutzt. Doch für einige Patient:innen gilt dabei besondere Vorsicht. So kann Calcium zur Gefahr für das Herz werden – zumindest, wenn bereits kardiovaskuläre Vorerkrankungen vorliegen. Davor warnt aktuell die Deutsche Herzstiftung.
Calcium: Gefahr für das Herz
„Eine aktuelle Studie liefert Hinweise, dass die Einnahme von Calcium-Präparaten das Risiko für erneute Herz-Kreislauf-Ereignisse erhöhen könnte“, heißt es von der Herzstiftung. Demnach haben Wissenschaftler:innen der Universität Hongkong die Daten von mehr als 35.000 Patient:innen der Hongkong Osteoporose Studie ausgewertet. Jeweils rund die Hälfte der Personen nahm (ärztlich verordnete) Calciumpräparate ein, die andere nicht. Bei allen Personen wurde erstmals eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine koronare Herzkrankheit festgestellt. Verglichen wurde, ob sich im Hinblick auf die Herzgesundheit durch die Einnahme Unterschiede zeigten.
Das Ergebnis: Calcium erwies sich offenbar als Gefahr für das Herz. Demnach zeigte sich unter der Einnahme von Calciumpräparaten ein um etwa 10 Prozent höheres Risiko für das erneute Auftreten schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall im Vergleich zu denjenigen, die den Mineralstoff nicht supplementierten. Außerdem konnte eine erhöhte Gefahr für Atherosklerose – Gefäßverkalkung – festgestellt werden und es kam häufiger zu Krankenhausaufnahmen sowie Notfallbehandlungen wegen Herzproblemen.
Besser Finger weg von Calciumpräparaten?
Am höchsten war das Risiko demnach bei einer täglichen Dosis von 1.000 mg. Zudem fiel die Gefahr bei Männern deutlich höher aus als bei Frauen. Auffällig war jedoch, dass die Einnahme von Calcium in Kombination mit Vitamin D nicht zu einer erhöhten Gefahr für das Herz wurde.
Zur Erinnerung: Um die Aufnahme von Calcium vom Darm ins Blut und den Einbau in die Knochen zu unterstützen, wird Vitamin D benötigt. Auch der Calciumstoffwechsel wird durch das Sonnenvitamin reguliert.
Die genauen Hintergründe sind laut der Herzstiftung noch nicht abschließend geklärt, vermutet wird jedoch unter anderem eine Förderung von Gefäßverkalkungen durch erhöhte Calciumspiegel im Blut. Zusätzlich könnte Calcium die Blutgerinnung beeinflussen und so die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen, was wiederum das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall steigen lässt.
Nun brauche es jedoch weitere Untersuchungen, um den Ursache-Wirkungs-Zusammenhang von Calcium als Gefahr für das Herz zweifelsfrei belegen zu können. Patient:innen, allem voran Herzkranke, sollten daher vor der Einnahme von Calcium Arztrücksprache halten und eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durchführen.
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