Ixchiq: Schwere Nebenwirkungen auch bei Jüngeren
Weil nach einer Immunisierung mit Ixchiq (Chikungunya-Impfstoff, Valneva) vor allem bei älteren Patient:innen mitunter schwere Nebenwirkungen auftraten, gab es kurzzeitig eine Altersbeschränkung. Diese ist inzwischen aufgehoben. Nun muss jedoch in den Produktinformationen vor schweren Nebenwirkungen – genau einer möglichen Meningitis unter Ixchiq gewarnt werden.
Eine Immunisierung mit Ixchiq soll vor einer Chikungunya-Erkrankung schützen. Letztere beginnt meist plötzlich mit hohem Fieber, starken Muskel- und Gelenkschmerzen, die oft als lähmend empfunden werden. Hinzu kommen Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Hautausschläge. Als Überträger kommt vor allem die Asiatische Tigermücke ins Spiel, weshalb die Impfung zu den Empfehlungen als Reiseimpfung gehört.
Als unerwünschte Nebenwirkung kann neben einer Enzephalitis auch eine Meningitis auftreten. Nachdem ein Fallbericht eines jüngeren Patienten dazu bekannt wurde, hat der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine Untersuchung dazu eingeleitet. Das Ergebnis: Die Fach- und Gebrauchsinformationen von Ixchiq sollen angepasst werden – genau muss vor einer aseptischen Meningitis (durch Viren verursacht) gewarnt werden, und zwar für alle Altersgruppen.
Ixchiq enthält lebendes, abgeschwächtes CHIKV des Stamms Δ5nsP3 und ist für die aktive Immunisierung zur Vorbeugung von Erkrankungen durch das Chikungunya-Virus (CHIKV) bei Personen ab zwölf Jahren zugelassen. Das Virus ist ein RNA-Virus aus der Familie der Togaviridae und gehört zur Gattung der Alphaviren. Die Krankheit beginnt typischerweise plötzlich mit hohem Fieber, starken Muskel- und Gelenkschmerzen, die oft als lähmend empfunden werden.
Ixchiq: Meningitis-Risiko auch bei Jüngeren
Schon jetzt wird in den Fach- und Gebrauchsinformationen zum Chikungunya-Impfstoff auf das Risiko einer Meningitis sowie anderer neurologischer Nebenwirkungen wie Enzephalitis oder Enzephalopathie hingewiesen – mit unbekannter Häufigkeit. Doch bisher wurden vor allem Fälle bei älteren Personen über 65 Jahre oder bei Personen mit mehreren chronischen Erkrankungen beobachtet. Nun kam es zu einem Fall von Meningitis bei einem jungen gesunden Mann nach der Ixchiq-Impfung. Daher soll künftig bei allen Altersgruppen auf die Gefahr hingewiesen werden.
Patient:innen sollten auf folgende Symptome achten: Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteife, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und allgemeines Krankheitsgefühl, mitunter auch Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Krampfanfälle. Wer dies nach der Impfung bei sich beobachtet, sollte ärztlichen Rat einholen, um mögliche neurologische Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, so die Empfehlung.
Außerdem läuft weiter eine Sicherheitsprüfung des Impfstoffs im Rahmen des regulären periodischen Sicherheitsberichts. „Dies ermöglicht die Beurteilung, ob neu verfügbare Informationen über das Risiko einer aseptischen Meningitis oder andere neu auftretende Sicherheitsinformationen Auswirkungen auf das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Ixchiq haben“, so der PRAC.
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