Honig gegen Heuschnupfen: Mythos oder Wahrheit?
Hatschi! Die Heuschnupfensaison ist bereits in vollem Gang und erhöht den Leidensdruck bei Betroffenen. Neben Nasenspülung, Antihistaminika und Co. sind auch verschiedene Hausmittel immer wieder Thema. Aber kann beispielsweise Honig gegen Heuschnupfen wirksam sein?
Noch bevor der Frühling offiziell begonnen hat, sorgen Pollen bei Heuschnupfengeplagten schon jetzt für ständig laufende Nasen, tränende Augen und Co. Aktuell sind vor allem Hasel- und Erlenpollen in der Luft, doch auch Ulme, Pappel, Eschen und Weiden sorgen für eine hohe Belastung. Um die allergische Reaktion im Zaum zu halten, kommen vor allem Antihistaminika ins Spiel. Doch auch verschiedene Hausmittel sollen bei Heuschnupfen Linderung verschaffen, darunter Honig.
Honig gegen Heuschnupfen: (k)ein Allheilmittel?
Honig wird vielfach als „Geheimtipp“ gegen Heuschnupfen gefeiert. Denn fest steht: Er enthält ebenfalls Pollen und soll somit bei Pollenallergiker:innen zu einem Gewöhnungseffekt beitragen und die allergische Reaktion auf Pollen verringern, so die Annahme. Das Problem: Auch auf den Honig selbst können Betroffene mit entsprechenden Allergiesymptomen reagieren, warnt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB).
Um einen wirksamen Schutz zu bieten, sollten im Honig zudem möglichst die Pollen enthalten sein, die in der jeweiligen Region, in der Heuschnupfengeplagte leben, auch vorkommen. In der Regel ist dies jedoch nicht in ausreichender Menge der Fall. „In 10 Gramm Honig ist zwar ein mittlerer Gehalt von 20.000 bis 100.000 Pollen zu finden, aber der Gesamtanteil der Pollen im Honig beträgt max. 0,1 Prozent“, so der DAAB weiter. Hinzukommt, dass es sich meist um Gemische verschiedener Pollenarten handelt und Bienen vor allem Nektar und Pollen von insektenblütigen Pflanzen sammeln. Windblütige Pflanzen seien aber auch von Bedeutung für Allergiker:innen.
Finger weg von „Honig-Kur“
Somit kann Honig gegen Heuschnupfen – wenn überhaupt – nur bedingt wirksam sein. „Handelsüblicher Honig ist nicht geeignet, eine spezifische Immuntherapie gegen Pollen zu unterstützen oder gar zu ersetzen“, heißt es auch von Expert:innen der Charité in Berlin. Um entsprechende Symptome zu lindern, sollten Patient:innen daher nicht nur auf eine Selbstmedikation setzen, sondern ärztlichen Rat einholen. Von einer vermeintlichen „Honig-Kur“, also einem übermäßigen Verzehr, um die Gewöhnung schneller voranzutreiben, wird außerdem abgeraten.
Übrigens: Als Alternative zu Honig kommt mitunter eine Inhalation mit Bienenstockluft ins Spiel. Dabei wird Bienenstockluft abgesaugt und über einen Schlauch in eine Inhalationsmaske geführt, sodass Inhaltsstoffe wie Propolis, ätherische Öle und Pollen eingeatmet werden. Das Ziel ist auch hier ein Gewöhnungseffekt und eine Linderung der Beschwerden. Es gilt jedoch dasselbe wie bei der „Honig-Kur“ – die Wirksamkeit ist begrenzt und es sollten mögliche Nebenwirkungen im Blick behalten werden.
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