GLP-1-Rezeptoragonisten senken Krebssterblichkeit
Glucagon-like-Peptid (GLP-1)-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und Co. haben verschiedene positive Effekte, allem voran eine Senkung des Blutzuckerspiegels sowie eine Appetitverminderung. Daneben werden den Wirkstoffen weitere positive Eigenschaften zugesprochen. Ob GLP-1-Rezeptoragonisten auch die Krebssterblichkeit verringern, wurde nun untersucht – mit einem vielversprechenden Ergebnis.
„GLP-1-Rezeptoragonisten waren nie nur blutzuckersenkende Medikamente. Ihre entzündungshemmenden und immunmodulatorischen Eigenschaften ließen schon lange auf ein breiteres Wirkungsspektrum schließen“, heißt es von einem Team der Cleveland Clinic (USA). Demnach können die häufig als Abnehmspritzen gefeierten Wirkstoffe das Fortschreiten einiger Krebserkrankungen verhindern und somit auch die Krebssterblichkeit verringern, wie mithilfe von Real-World-Daten fetsgestellt wurde. Genau kann das Risiko für metastasierte Erkrankungen um bis zu 50 Prozent verringert werden.
Grundlage war eine Analyse von Daten aus der TriNetX-Datenbank von mehr als 12.000 Patient:innen, die in Stadium I, II oder III an einer der folgenden, meist mit Adipositas zusammenhängenden Krebsarten erkrankt waren:
- Prostatakrebs
- Brustkrebs
- Lungenkrebs
- Darmkrebs
- Leberkrebs
- Nierenkrebs
- Bauchspeicheldrüsenkrebs
Während die eine Hälfte der Patient:innen nach der Diagnose mit Wirkstoffen wie unter anderem Liraglutid, Dulaglutid, Tirzepatid oder Semaglutid behandelt wurde, erfolgte bei der anderen Hälfte eine Therapie mit Gliptinen (DDP-4-Inhibitoren). Überprüft wurde, ob und wie oft es zu einem Fortschreiten der Krebserkrankung in Stadium IV kam.
Das Ergebnis: Verringerte Krebssterblichkeit unter GLP-1-Rezeptoragonisten
Diejenigen, die mit dem Twinkretin Tirzepatid oder einem Inkretinmimetikum behandelt wurden, hatten ein um 38 bis 50 Prozent geringeres Risiko für einen Stadium IV-Tumor. Am deutlichsten fielen die Unterschiede bei Leber-, Brust-, Lungen- und Darmkrebs aus. Hinzukam, dass GLP-1-Rezeptoragonisten die Krebssterblichkeit im Schnitt um ein verringerten, bei Brustkrebs sogar um 45 Prozent. Die Nebenwirkungen waren unter beiden Behandlungsoptionen ähnlich und fielen zudem meist moderat aus.
„Der Zusammenhang zwischen hoher GLP-1-Rezeptoragonisten-Expression und besserem Überleben deutet darauf hin, dass GLP-1-Rezeptoragonisten bei diesen Krebsarten protektiv wirken könnte, was wiederum nahelegt, dass GLP-1-Rezeptoragonisten-Präparete einen protektiven Effekt haben könnten“, so das Fazit.
Den Grund für den positiven Effekt auf die Krebssterblichkeit und das Krebsfortschreiten unter GLP-1-Rezeptoragonisten sehen die Forschenden womöglich in einem Zusammenhang mit der GLP-1-Signalübertragung. Auch der immunmodulierende sowie entzündungshemmende Effekt der Wirkstoffe könnten eine Rolle spielen, was nun in weiteren, klinischen Studien untersucht werden soll.
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