Zinkoxidschüttelmixtur: Glasflasche statt Weithalsglas
Zinkoxidschüttelmixtur muss künftig nicht mehr in ein Weithalsglas abgefüllt werden. Das DAC/NRF hat den Rezeptur-Tipp überarbeitet und nennt Glasflaschen mit enger Gewindemündung oder Schüttelmixturflaschen als Packmittel.
Schüttelmixturen sind wässrige oder wässrig-alkoholische Zubereitungen, in der Wirk- und Hilfsstoffe suspendiert vorliegen. Der Feststoffanteil liegt bei etwa 50 Prozent. Häufig sind Zinkoxid, Titandioxid oder Talkum enthalten. Ebenfalls möglich sind Schüttelmixturen mit Emulgatoren, die zu einer besseren Abwaschbarkeit der Zubereitung führen.
Zinkoxidschüttelmixtur (Lotio alba aquosa) enthält 20 Prozent Zinkoxid, 20 Prozent Talkum, 30 Prozent Glycerol 85 Prozent und 30 Prozent Wasser. Die Zubereitung hat einen kühlenden und juckreizstillenden Effekt sowie leicht antiseptische, adstringierende und austrocknende Eigenschaften. Angewendet wird Lotio alba aquoasa bei entzündlichen Hauterkrankungen, wie beispielsweise einer ausgeprägten Windeldermatitis oder bei Reizungen in Hautfalten. Ähnlich wie beim Zinkoxidöl DAC ist das Aufschütteln vor der Verwendung wichtig, um die sedimentierten Feststoffe in der flüssigen Phase zu dispergieren.
Daher sollte Zinkoxidschüttelmixtur bislang in Weithalsgläser abgefüllt werden. Dabei sollte das Packmittel so gewählt werden, dass es rund 20 Prozent größer ist als die hergestellte Rezeptur. Weil aber Weithalsgläser im Vergleich zur Abfüllung in Glasflaschen mit engerer Gewindemündung oder Schüttelmixturflaschen keine Vorteile in pucto Aufschütteln der Mixtur haben, muss auch nicht mehr in ein Weithalsglas abgefüllt werden. Zinkoxidschüttelmixtur lasst sich auch in Glasflaschen mit enger Gewindemündung gut aufschütteln und kann leicht, sauber und hygienisch entnommen werden. Daher werden sie nur noch als Packmittel genannt.
Zinkoxid reagiert in wässrigen Zubereitungen basisch, was eine Kombination mit Glucocorticoiden unter Umständen nicht möglich macht. Die basische Reaktion des Zinkoxids lässt sich nicht korrigieren – in wasserhaltigen Grundlagen ist die Stabilität der Glucocorticoide durch hydrolytische und oxidative Zersetzungen begrenzt. In wasserfreien Zubereitungen finden diese Prozesse nicht oder verlangsamt statt – eine Kombination ist stabil.
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