Vorbeugung statt Behandlung: Impfstoff gegen Borreliose?
Bis zu 300.000 Menschen jährlich erkranken allein hierzulande an Lyme Borreliose. Als Überträger der Infektionskrankheit gelten vor allem Zecken. Um eine Infektion zu verhindern, soll bald ein neuer Impfstoff gegen Borreliose auf den Markt kommen.
Bei Lyme Borreliose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Borrelien, genau Borrelia burgdorferi, ausgelöst wird, die bei einem Zeckenstich übertragen werden. Die Infektion kann verschiedene Organsysteme, meist Haut, Nervensystem und Gelenke befallen. Die Inkubationszeit nach dem Zeckenstich beträgt zwischen drei und 30 Tagen. Auch Monate oder Jahre nach der Infektion können Spätfolgen wie Gelenkentzündungen auftreten. Auch nach dem Entfernen einer bleibt das Risiko einer Lyme Borreliose oft bestehen, wenn das Tier lang genug am Körper haften bleiben konnte.
Behandelt wird die Erkrankung mit Antibiotika wie Doxycyclin, Amoxicillin oder Penicillin V. Nun könnte bald ein neuer Impfstoff zum Schutz vor Borreliose auf den Markt kommen.
Impfstoff gegen Borreliose zeigt Wirksamkeit
Die Pharmaunternehmen Pfizer und Valneva arbeiten gemeinsam an der Entwicklung eines neuen Impfstoffs zur Prävention von Borreliose. In einer Mitteilung berichten sie über ihre Ergebnisse, die bisher eine hohe Wirksamkeit der Vakzine PF-07307405 zeigt.
Genau reduzierte diese ab dem ersten Tag nach der vierten Impfdosis die Zahl bestätigter Borreliosefälle um knapp 75 Prozent im Vergleich zu einer Placebogruppe. Nach 28 Tagen lag die Wirksamkeit bei 73 Prozent. Dies wurde in einer Phase-III-Studie an rund 9.400 Teilnehmenden untersucht, die entweder die Impfung oder ein Placebo erhielten. Die Verträglichkeit der Vakzine war dabei gut, Sicherheitsbedenken traten nicht auf.
Der Impfstoff richtet sich dabei gegen Borrelia burgdorferi. Die Wirkung basiert auf einem enthaltenen Oberflächenprotein des Erregers – Outer Surface Protein A. Dieses soll dazu anregen, dass der Körper Antikörper bildet, die das Bakterium bei einer Infektion erkennen und bekämpfen, sodass eine Erkrankung ausbleibt. Genauer sollen die Antikörper bereits beim Blutsaugen von der Zecke aufgenommen werden und die Borrelien blockieren, sodass eine Übertragung ausbleibt.
„Diese Ergebnisse bringen uns unserem Ziel, einen dringend benötigten Impfstoff gegen Lyme-Borreliose bereitzustellen, einen Schritt näher“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Nun sollen Zulassungsanträge bei den zuständigen Behörden in den USA und der EU gestellt werden, um den Impfstoff gegen Borreliose möglichst bald auf den Markt zu bringen.
Mehr aus dieser Kategorie
Joghurt gegen Darmkrebs?
Mehr als 16 Kilogramm Joghurt verzehrt jede/r Deutsche pro Jahr. Das fermentierte Milchprodukt soll jedoch nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern …
Valproinsäure als Impfstoff-Booster
Valproinsäure kommt zur Anfallsbehandlung bei Patient:innen mit Epilepsie zum Einsatz. Doch nun haben Forschende ein weiteres Einsatzgebiet für das Antiepileptikum …
Desogestrel und Co.: Neue Kontraindikation für Minipille
Minipillen mit Gestagenen wie Desogestrel oder Etonogestrel erfreuen sich zur Verhütung großer Beliebtheit, denn sie sind oftmals mit weniger Nebenwirkungen …












