Vitamin B3: Besser keine Einnahme bei Krebs?
Vitamin B3 – Niacin – werden verschiedene positive Effekte zugesprochen. Doch während das B-Vitamin bei Patient:innen mit Hautkrebs das Rückfallrisiko verringern kann, soll es bei anderen Krebsarten mehr schaden als nutzen und unter anderem die Therapieresistenz erhöhen.
Vitamin B3 ist ein wasserlösliches Vitamin und umfasst die Verbindungen Nicotinsäure und Nicotinamid. Das B-Vitamin übernimmt im Körper verschiedene Funktionen, darunter beim Energiestoffwechsel sowie dem Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Aminosäuren und Fettsäuren. Außerdem ist Vitamin B3 für den Erhalt gesunder Haut und Schleimhäute wichtig und nimmt Einfluss auf die Immunantwort.
Die Versorgung mit dem B-Vitamin erfolgt sowohl über die körpereigene Bildung in der Leber aus der Aminosäure Tryptophan als auch über die Ernährung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt als Referenzwert für eine angemessene Zufuhr für Erwachsene ab 19 Jahren 16 mg Niacin an – für Frauen sind es 13 mg. Einige Personen sollten jedoch auf eine Supplementierung besser verzichten. So kann Vitamin B3 bei Krebs das Überleben von Krebszellen fördern und somit die Therapieresistenz erhöhen, wie Forschende herausgefunden haben.
Vitamin B3 bei Krebs: Einnahme kann Tumorwachstum fördern
Ein Team der Case Western Reserve University Cleveland (USA) berichtet aktuell in den Cancer Letters, dass die Einnahme von Vitamin B3 bei Krebs die Behandlungsergebnisse negativ beeinflussen kann. Das gilt vor allem für Patient:innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, wie Ergebnisse aus in-vivo- und in-vitro-Untersuchungen gezeigt haben.
Häufig kommen Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B3-Derivaten wie Nicotinamid (NAM), Nicotinamid-Ribosid (NR) und Nicotinamid-Mononukleotid (NMN) zum Einsatz, um aufgrund ihrer potenziell energiespendenden, kardioprotektiven und neuroprotektiven Eigenschaften die Toxizität einer Chemotherapie zu lindern. Doch bei Personen mit einem Pankreaskarzinom kann sich durch die Einnahme die Therapieresistenz erhöhen. Genau wurden drei Effekte beobachtet:
- Die Widerstandskraft der Tumore wurde durch eine Erhöhung des Krebszell-Energiehaushalts gestärkt.
- Mit der Verringerung von oxidativem Stress in den Tumoren wurde einer der wichtigsten Mechanismen der Chemotherapie zur Zerstörung von Krebszellen neutralisiert.
- Und auch der einer Chemotherapie zugrundeliegende Wirkprozess wurde durch die Unterdrückung von DNA-Schäden und Zelltod blockiert.
Folglich wird laut den Forschenden deutlich, dass Vitamin B3 eine potenziell besorgniserregende Rolle bei Krebserkrankungen besitzen könnte, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung mit einer Chemotherapie. „Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Vitamin B3-haltige Nahrungsergänzungsmittel zelluläre Prozesse fördern, die für das Überleben von Krebszellen unter Stressbedingungen essenziell sind“, so das Fazit. Schlimmstenfalls könnte die Supplementierung sogar das Tumorwachstum fördern. Daher ist bei der Einnahme von Vitamin B3 bei Krebs unbedingt Vorsicht geboten und es braucht noch weitere Studien, um die genauen Auswirkungen eindeutig zu klären.
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