Viramune-Suspension ab Oktober ohne Dosierspritze
Viramune 50 mg/5 ml, Suspension zum Einnehmen (Nevirapin, Boehringer Ingelheim) wird ab Oktober ohne Dosierspritze und Adapter ausgeliefert. Der Grund: Die Produktion wurde eingestellt.
Viramune ist zugelassen in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von HIV-1-infizierten Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern jeden Alters. Die Dosierung für Kinder bis acht Jahre erfolgt in Abhängigkeit vom Körpergewicht. Die Startdosis beträgt einmal täglich 4 mg/kg für einen Zeitraum von zwei Wochen, gefolgt von zweimal täglich 7 mg/kg.
Bislang kam die beigelegte Dosierspritze zum Einsatz. Doch diese wird ab Oktober nicht mehr in der Packung enthalten sein – das gilt auch für den Adapter.
Apotheken sollen laut Informationsschreiben Patient:innen oder betreuende Personen darauf hinweisen, eine geeignete Dosierhilfe zu verwenden. Möglich ist die Dosierung über eine Spritze oder einen Messbecher. Zudem muss die Messhilfe nach der Anwendung gespült werden, um die anhaftende Suspension zu entfernen.
Nevirapin ist ein nicht-kompetitiver Hemmer der reversen Transkriptase (NNRTI). Das Enzym spielt bei der Virusvermehrung eine entscheidende Rolle. Anders als beim „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ der Nukleosidischen-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) verändern die NNRTI die Bindungsstelle so, dass die katalytische Funktion der reversen Transkriptase unterbunden wird und sich das Virus nicht vermehren kann. Das Überschreiben der viralen RNA in DNA bleibt aus.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Zuzahlungsstatus: Auch PTA dürfen korrigieren
Zum neuen Jahr haben einige Kund:innen bereits die Zuzahlungsbefreiung erhalten. Ist die in der Praxis oder in den Stammdaten der …
Rauchstopp auf Rezept: Was gilt zulasten der GKV
Neues Jahr, neue Vorsätze: Wer im neuen Jahr mit dem Rauchen aufhören will, muss Arzneimittel zur Tabakentwöhnung nicht aus eigener …
Medikationsplan: Medikationsfehler wegen falscher Wirkstärke
Die Nutzung des Medikationsplans kann die Patientensicherheit gefährden. Ein Grund sind Medikationsfehler, die durch die falsche Angabe der Wirkstärke entstehen …











