Vergiftungsgefahr: Kein Ibuprofen für Haustiere
Ibuprofen gehört hierzulande zu den meistgenutzten Schmerzmitteln. Doch nicht immer ist das nicht-steroidale Antirheumatikum (NSAR) die passende Wahl. Für Haustiere wie Hunde und Katzen ist Ibuprofen in jedem Fall tabu, denn die Gabe kann tödlich enden.
Wer ein Haustier hat, pflegt zu diesem oftmals eine enge Beziehung und sorgt sich um sein Wohl. Vierbeiner wie Hunde und Katzen gehören dabei zu den beliebtesten Haustieren. Sie leiden zu sehen, können viele Tierbesitzer:innen nur schwer ertragen. Doch nicht immer ist direkt ein Tierarztbesuch möglich. Leidet der Vierbeiner offensichtlich unter Schmerzen, ist ein Griff zu bewährten Analgetika aus der Hausapotheke trotzdem tabu. So droht beispielsweise unter Ibuprofen für Hunde und Katzen Vergiftungsgefahr.
Achtung: Zwar dürfen mitunter in der Apotheke auch Humanarzneimittel – rezept- und nicht verschreibungspflichtig – zur Anwendung an Tieren abgegeben werden, allerdings ist dafür ein Rezept nötig. Mehr dazu erfährst du hier.
Finger weg von Ibuprofen für Haustiere
Ibuprofen hemmt die Cyclooxygenasen COX-1 und COX-2 und somit die Prostaglandinbildung. Der Wirkstoff kommt bei leichten bis mäßig starken Schmerzen zum Einsatz. Dosiert wird in Abhängigkeit von Körpergewicht beziehungsweise Alter, in der Regel mit 7 bis 10 mg/kg als Einzeldosis, bis maximal 20 bis 30 mg/kg als Tagesgesamtdosis. Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene nehmen als Einzeldosis 200 bis 400 mg, die Tageshöchstdosis liegt bei 1.200 mg Ibuprofen.
Und genau hier liegt das Problem, warum Ibuprofen bei Haustieren wie Hunden und Katzen gefährlich werden kann. Denn der Wirkstoff wird bei den Vierbeinern deutlich schneller ins Blut aufgenommen, aber langsamer abgebaut. Das bedeutet, die Wirkung tritt schnell ein und bleibt lange erhalten. Daher genügt bei ihnen eine minimale Dosis, die nicht mit der von Humanarzneimitteln übereinstimmt. So entspricht selbst eine Einzeldosis von einer Tablette zu 200 mg Ibuprofen etwa der 40-fachen Menge, die Expert:innen bei Hunden bereits als kritisch betrachten. Die Folgen sind meist Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall oder auch Blutungen. Werden höhere Dosierungen verabreicht, drohen Schädigungen der Nieren und des Nervenssystems bei den Tieren.
Vorsicht auch bei PCM
Ebenso wie Ibuprofen ist auch Paracetamol für Hunde und Katzen tabu. Insbesondere für letztere besteht unter dem Wirkstoff Lebensgefahr. Denn das Acetamid wird über die Leber metabolisiert und kann dort bei Katzen zu Schäden führen, da ihnen ein bestimmtes Enzym fehlt, das für den Stoffwechselprozess von Paracetamol – Glukuronidierung – essentiell ist. Daher kann es zur Häufung von giftigen Abbauprodukten kommen, die tödlich enden können.
Außerdem droht eine Methämoglobinämie, bei der das Blut durch eine Schädigung der roten Blutkörperchen keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Dabei kann schon eine geringe Dosierung gefährlich werden.
Der genaue Wirkmechanismus des nicht-sauren Antipyretikums ist noch nicht eindeutig geklärt. Man weiß jedoch, dass Paracetamol eine ausgeprägte Hemmung der cerebralen Prostaglandinsynthese bewirkt und die periphere Prostaglandinsynthese nur schwach hemmt. Die antipyretische Wirkung ist auf einen Effekt auf das Temperaturregulationszentrum im Hypothalamus zurückzuführen. Auch bei PCM machen sich Vergiftungssymptome durch Erbrechen und Co., aber auch durch bläulich-bräunlich verfärbte Schleimhäute, Braunfärbung des Urins, niedrige Körpertemperatur sowie geschwollene Pfoten bemerkbar.
Nehmen Tierhalter:innen nach der Verabreichung entsprechender Präparate Symptome wahr, sollte umgehend Rücksprache mit einem/einer Tierärzt:in gehalten werden.
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