Vancomycin bleibt knapp: Ausnahme verlängert
Bis zum 30. April konnte Vancomycin CP 500 mg aufgrund einer Ausnahmegenehmigung in österreichischer Aufmachung in den Verkehr gebracht werden. Weil der Engpass noch nicht beendet ist, wurde die Gestattung verlängert.
Eine erhöhte Nachfrage und „Probleme in der Herstellung“ haben hierzulande zu Lieferengpässen bei Vancomycin geführt. Um die Patient:innen dennoch versorgen zu können, durfte Ware in österreichischer Aufmachung – Kennzeichnung und Packungsbeilage – vorerst bis zum 30. April in Verkehr gebracht werden. Daran wird sich auch in den kommenden Monaten nichts ändern.
Das aktuell vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchgeführte Monitoring der Versorgungssituation mit Vancomycin-haltigen Arzneimitteln ergab eine Verlängerung der eingeschränkten Verfügbarkeit. Wirkstoff- und darreichungsformgleiche Arzneimittel decken weiterhin nicht den Bedarf. Um dennoch die Versorgung sicherzustellen, wurde die Ausnahmegenehmigung für Vancomycin CP 500 mg in österreichischer Aufmachung bis zum 31. Juli verlängert.
Vancomycin besitzt bakterizide Eigenschaften und gehört zur Gruppe der Glykopeptid-Antibiotika. Die Wirkung gegen grampositive Erreger ist auf die Hemmung der Zellwandsynthese zurückzuführen. Außerdem werden die Permeabilität der Bakterien-Zellmembran und die RNA-Synthese beeinträchtigt.
Vancomycin CP 500 mg ist in folgenden Indikationen zugelassen:
Intravenöse Anwendung – in allen Altersgruppen
- komplizierte Haut-und Weichgewebeinfektionen (cSSTI)
- Infektionen der Knochen und Gelenke
- ambulant erworbene Pneumonie (CAP)
- im Krankenhaus erworbene Pneumonie (HAP), einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie (VAP)
- infektiöse Endokarditis
Vancomycin ist auch in allen Altersgruppen für die perioperative antibakterielle Prophylaxe bei Patient:innen mit hohem Risiko für die Entwicklung bakterieller Endokarditis bei großen chirurgischen Eingriffen indiziert.
Als orale Gabe findet Vancomycin in allen Altersgruppen Anwendung zur Behandlung von Clostridium difficile-Infektionen (GDI).
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