Teilzeitarbeit: Konflikte in der Apotheke vorprogrammiert
Ohne Teilzeit keine Apotheke. Rund die Hälfte der 160.000 Apothekenangestellten hierzulande arbeiten nicht in Vollzeit. So beschäftigen zwei von drei Chef:innen mehr als die Hälfte ihrer Angestellten in Teilzeit. Kein Wunder, dass der Weiterbetrieb der Apotheke ohne Teilzeitkräfte für die überwiegende Mehrheit nicht sichergestellt werden kann. Das Problem: Teilzeitarbeit führt oft zu Konflikten – auch im Team.
Der Wunsch nach einer kürzeren Wochenarbeitszeit wird immer größer, um mehr Zeit für das Privatleben zu haben. Stichwort Work-Life-Balance. Kein Wunder, dass laut PTA-Gehaltsreport mehr als die Hälfte der Kolleg:innen in Teilzeit in der Apotheke arbeitet. Denn das ermöglicht ihnen eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf. Chef:innen kommen ihren Angestellten dabei häufig entgegen, beispielsweise durch kurzfristige Arbeitszeitenplanung, Kindergartenzuschüsse oder Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Denn die Wertschätzung für Teilzeitkräfte ist bei den Apothekeninhaber:innen hoch. „Aufgrund von mangelnden Vollzeitkräften ist meine Apotheke auf Teilzeitanstellungen angewiesen“, bestätigen 92 Prozent der befragten Inhaber:innen in einer aktuellen Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln.
Auf der anderen Seite wünschen sich ebenfalls zwei von drei Apothekeninhaber:innen mehr Vollzeitkräfte. Denn: Bei Teilzeitarbeit sind Konflikte vorprogrammiert – sowohl mit dem/der Chef:in als auch innerhalb des Teams. Stichwort Dienstplan.
Achtung, Ärger: Teilzeitarbeit sorgt für Konflikte
Der Grund: Kolleg:innen mit einer reduzierten Stundenzahl können in der Regel Wunscharbeitszeiten angeben, um Apotheke und Privatleben besser planen zu können. Für Arbeitgebende erschwert dies jedoch die Einsatzplanung. „Denn Teilzeitkräfte sind oftmals an bestimmte Arbeitszeiten gebunden und können nicht flexibel eingesetzt werden“, sagen sechs von zehn Befragten. Mehr noch. Im Umkehrschluss müssen Mitarbeitende in Vollzeit oftmals in den sauren Apfel beißen und vermehrt die unbeliebten Schichten am Wochenende und oder abends übernehmen.
Kein Wunder, dass in jeder dritten Apotheke Konflikte aufgrund von Teilzeitarbeit im Team herrschen und sich knapp neun von zehn Chef:innen bessere Angebote für Kinderbetreuung und Co. von der Politik wünschen, um mehr Vollzeitkräfte einstellen zu können.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Kündigung unwirksam: Annahmeverzugslohn darf nicht gestrichen werden
Rund um die Kündigung lauern zahlreiche Stolperfallen. Für Angestellte gilt in jedem Fall: Wachsam sein und prüfen, ob die Entlassung …
Lebensgefahr: Kündigung wegen Trinkflaschen-Streich
Wer Kolleg:innen einen Streich spielen will, muss dabei gewisse Grenzen respektieren. So sind nicht nur Beleidigungen und Demütigungen tabu, sondern …
Blankokündigung: Erst Kündigung, dann Gründe?
Um ein Arbeitsverhältnis fristlos zu beenden, braucht es vor allem eines: einen wichtigen Grund. Doch das gilt nicht immer. Mitunter …














