Neuer Grippeimpfstoff: EMA empfiehlt Zulassung für Aujemflu
Zur Immunisierung gegen Influenza stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung, die jedoch stets an die neuesten zirkulierenden Grippevirusstämme angepasst werden müssen. Nun haben Expert:innen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung für einen neuen Grippeimpfstoff empfohlen – Aujemflu (Seqirus) soll ab 50 Jahren zum Einsatz kommen.
Die Vorbereitungen auf die Grippesaison 2026/27 laufen bereits auf Hochtouren und die benötigten Impfstoffe wurden bereits bestellt. Dabei empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Nordhalbkugel weiter nur trivalente Impfstoffe in der Zusammensetzung aus zwei Influenza-A-Stämmen und einem Influenza-B-Stamm.
Ei-basierte Grippeimpfstoffe:
- A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-ähnliches Virus
- A/Darwin/1454/2025 (H3N2)-ähnliches Virus
- B/Tokyo/EIS13-175/2025 (B/Victoria-Linie)-ähnliches Virus
Zellkultur-basierte und rekombinante Vakzine sollen in folgender Zusammensetzung zur Verfügung gestellt werden:
- A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-ähnliches Virus
- A/Darwin/1415/2025 (H3N2)-ähnliches Virus
- B/Pennsylvania/14/2025 (B/Victoria-Linie)-ähnliches Virus
Künftig könnte zur Immunisierung ein neuer Grippeimpfstoff zur Verfügung stehen. Denn der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA hat grünes Licht für eine Zulassung von Aujemflu gegeben.
Aujemflu: Zulassung ab 50 Jahren empfohlen
Aujemflu ist ein trivalenter, inaktivierter Grippeimpfstoff zur Prävention der Influenza bei Erwachsenen ab 50 Jahren. Er enthält Hämagglutinin- und Neuraminidase-Antigene von drei Influenzavirusstämmen – den Influenza-A-Subtypen H1N1 und H3N2 sowie einem Influenza-B-Stamm der Victoria-Linie – und induziert neutralisierende Antikörper gegen das virale Hämagglutinin. Die Vakzine wird als gebrauchsfertige Injektionssuspension in Fertigspritzen angeboten und war in klinischen Studien gegenüber anderen zugelassenen Impfstoffen nicht unterlegen. Schmerzen an der Injektionsstelle, Fatigue, Kopfschmerzen sowie Gelenk- oder Muskelschmerzen gehörten zu den häufigsten Nebenwirkungen.
Ein Update gibt es auch beim nasal verabreichten Influenzaimpfstoff Fluenz. Der CHMP empfiehlt, die Verabreichung durch Laien unter der Aufsicht von medizinischem Fachpersonal zuzulassen. Fluenz ist ein Impfstoff, der als Nasenspray bei Kindern und Jugendlichen von zwei bis unter 18 Jahren Anwendung finden kann.
Bereits seit mehreren Saisons kommen nur noch trivalente Grippeimpfstoffe ohne die B/Yamagata-Linie zum Einsatz. Denn diese wurde seit März 2020 nicht mehr nachgewiesen, sodass keine quadrivalenten Impfstoffe mit der Linie mehr benötigt werden, weil das Risiko einer Infektion mit entsprechenden Viren als sehr gering eingestuft wird.
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