Nasenspray nur 7 Tage: Was steckt hinter dem Rebound-Effekt
Dass abschwellende Nasensprays nur maximal eine Woche und nur zwei- bis dreimal täglich angewendet werden sollten, ist bekannt. Aber warum gibt es diese Beschränkung? Wir frischen dein Wissen zum Rebound-Effekt auf.
Nasensprays mit Wirkstoffen wie Xylomethazolin, Oxymethazolin und Tramazolin lassen verstopfte Nasen wieder durchatmen und die Nasenschleimhäute abschwellen. Allerdings ist nach sieben Tagen Schluss mit dem Sprühen. Doch die wenigsten Kund:innen wissen warum. Schließlich ist die Nase verstopft und somit wird weitergesprüht.
Rebound-Effekt: Was steckt dahinter?
Die Sympathomimetika wirken gefäßverengend und lassen die Nasenschleimhäute durch Einfluss auf die Alpha-Adrenozeptoren abschwellen – die Nase ist frei, Durchatmen kein Problem. Wer den vorgegebenen Behandlungszeitraum von maximal einer Woche überschreitet, kann in eine Abhängigkeit rutschen.
Der Grund: Bereits nach nur zehn Tagen Dauergebrauch kann die Nasenschleimhaut dauerhaft anschwellen und die Atmung erschweren. Ursache kann der Rebound-Effekt durch die Stimulation der Beta-Rezeptoren sein, die einen gefäßerweiternden Effekt hervorrufen. Zwar überwiegt der gefäßverengende Effekt, aber die Wirkung auf die Beta-Rezeptoren dauert länger an – die Nase ist dicht. Diskutiert wird außerdem eine Gewöhnung durch die Überstimulation der Alpha-Rezeptoren.
Die Betroffenen sprühen weiter, ein Teufelskreis – die Nase ist frei, schwillt wieder zu, dann wird wieder gesprüht. Die Folgen des Dauergebrauchs: Die Nasenschleimhaut trocknet mehr und mehr aus und wird rissig. Ärzt:innen sprechen von einer Rhinitis medicamentosa. Ein Problem: Die Nasenschleimhaut wird nicht mehr ausreichend durchblutet und pathogene Keime haben leichtes Spiel.
Hier stinkt`s
Mit der Sucht kommt die Stinknase. Ein Dauergebrauch von abschwellenden Nasensprays mit Sympathomimetika führt zur Austrocknung der Nasenschleimhaut und zur Besiedlung mit Bakterien, die für einen fauligen Geruch sorgen. Den nehmen zwar die Betroffenen selbst nicht wahr, aber das Umfeld. Somit kann das Sozialleben der Nasensprayjunkies stark beeinträchtigt sein. Die Stinknase – auch Ozäna genannt – ist zwar sehr selten, aber ist sie einmal da, gibt es ohne Behandlung keine Besserung. Helfen kann nur, die Nase dauerhaft und stetig zu befeuchten, das Nasenspray zu verbannen und eine Antibiose.
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