Methadon vs. Levomethadon: Dosierung umrechnen
Leiden Patient:innen an einer Opioidabhängigkeit, kommt eine Substitutionstherapie ins Spiel. Dabei werden neben der psychologischen Betreuung unter anderem Wirkstoffe wie Methadon, Levomethadon, Buprenorphin, retardiertes Morphin und Diamorphin eingesetzt. Doch bei einer Umstellung der Therapie ist Vorsicht geboten. Genau muss beim Wechsel von Methadon auf Levomethadon an ein Umrechnen der Dosierung gedacht werden. Andernfalls drohen gefährliche Überdosierungen, wie ein Fallbericht zeigt.
So informiert das CIRS-NRW, ein gemeinsames Projekt der Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, der beiden Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie der Apothekerkammer Nordrhein und Westfalen-Lippe und des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin, im Bericht für das erste Quartal 2026 über die Umstellung von Methadon auf Levomethadon und was dabei zu beachten ist.
Methadon vs. Levomethadon: Dosis 2 zu 1 umrechnen
Denn während Methadon vor allem in der ambulanten Behandlung Anwendung findet, wird Levomethadon meist im Krankenhaus eingesetzt. Müssen Patient:innen plötzlich stationär aufgenommen werden, kommt es somit häufig zur Umstellung des Substitutionsmittels. Dabei sollte zwingend eine Dosisanpassung erfolgen, heißt es im Bericht. Der Grund: DL-Methadon, ein racemisches Gemisch aus Levomethadon und Dextromethadon, hat eine deutlich geringere Bindungsaffinität zu spezifischen Opioid-Rezeptoren und damit eine nur etwa halb so starke opioidagonistische Wirkung wie Levamethadon. Sollen Patient:innen also von Methadon auf Levomethadon umgestellt werden, muss die Dosis reduziert werden. Die standardisierte Umrechnung sollte im Verhältnis 2 zu 1 erfolgen.
Methadon und Levomethadon nur in mg verordnen
In einem Fallbericht wurde dies jedoch versäumt. Genau wurde ein Patient mit stabiler Methadonsubstitution zu 120 mg ins Krankenhaus eingeliefert. Dort erfolgte eine Umstellung auf Levomethadon. Das Problem: Die Dosierung wurde nicht angepasst und die Behandlung in ml statt mg angeordnet. Bleibt dies unbemerkt, können schwere Folgen aufgrund der Überdosierung folgen, warnen die Expert:innen und mahnen daher, die Dosis des Substitutionsmedikaments stets einheitlich in mg anzugeben. „Die Angabe in Millilitern (ml) ist unbedingt zu vermeiden.“ Außerdem sollte eine unmissverständliche Verordnung erfolgen, aus der eindeutig hervorgeht, ob Methadon oder Levomethadon eingesetzt werden soll. Für die korrekte Dosisberechnung sollten grundsätzlich nur standardisierte Umrechnungshilfen herangezogen werden. Außerdem gelte es, Patient:innen engmaschig zu überwachen, vor allem zu Beginn der Therapie beziehungsweise der Umstellung.
Weil beide Substanzen zudem auch im Rahmen der Schmerztherapie und/oder Palliativmedizin zur Anwendung kommen, dann jedoch in abweichender Dosierung, sollte die entsprechende Indikation bei Patient:innen stets abgeklärt werden, um im Zweifel eine notwendige abweichende Dosierung berücksichtigen zu können.
Das CIRS-Team erinnert an die bekannte „6-R-Regel“:
- Richtiger Patient
- Richtiges Medikament
- Richtige Dosierung
- Richtige Applikationsform/Verabreichungsweg
- Richtiger Zeitpunkt
- Richtige Dokumentation
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