Maskenhonorar im Nachtjournal: 6 Euro „absurd überhöht“
Das Thema Schutzmasken ist allgegenwärtig – und zwar nicht nur wegen der Maskenpflicht. Auch das Maskenhonorar ist immer wieder in der Kritik, Apotheken würden für die Abgabe der Masken an Risikopersonen „ordentlich entlohnt“, wie das RTL-Nachtjournal in der heutigen Sendung berichtet. „Derzeit scheinen die Zuschüsse vom Bund maßlos überzogen zu sein.“
Sechs Schutzmasken erhalten Risikopatient*innen bei Vorlage des Berechtigungsscheins und Zahlung eines Eigenanteils von zwei Euro in der Apotheke. „Den Rest übernimmt der Staat. Aber welcher Rest eigentlich?“, heißt es im Beitrag des Nachtjournals zum Maskenhonorar. Denn der Bund zahle den Apotheken sechs Euro je Maske. Diese würden im Einkauf aber nur 60 bis 90 Cent kosten – das sei eine ziemlich hohe Marge für einen Alltagsgegenstand, so das Magazin.
„Ich halte diese sechs Euro als Erstattungspreis an die Apotheken für absurd überhöht“, kommt Maria Klein-Schmeink, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, zu Wort. Denn die Einkaufspreise seien ihr zufolge viel geringer. Das Maskenhonorar sei im Dezember auf Grundlage von Marktbeobachtungen im Oktober festgelegt worden. Auch wenn die Beschaffungskosten im Dezember geringer waren, wurde der Erstattungspreis laut Beitrag nicht angepasst.
Auch einige Apotheker*innen und Kund*innen fänden das Maskenhonorar zu hoch. Das Geld werde an der falschen Stelle ausgegeben und man komme möglicherweise zu dem Schluss, dass das Honorar zu hoch kalkuliert wurde. Und tatsächlich soll nun das Maskenhonorar gekürzt werden. Laut einem Referentenentwurf soll die Vergütung von sechs Euro je Maske auf 3,30 Euro netto abgesenkt werden, was sich dem realen Marktwert annähere, erklärt Reiner Holznagel, Präsident beim Bund der Steuerzahler, im Beitrag.
Der Vorsitzende der Apothekerkammer Nordrhein, Thomas Preis, sieht die Sache anders und verweist auf den logistischen Aufwand. Schließlich könnten Apotheken es sich nicht leisten, Kund*innen ohne Maske nach Hause zu schicken. Preis sieht die kontinuierliche Versorgung in Gefahr. „Wir wissen von den Händlern, dass jetzt das chinesische Neujahrsfest bevorsteht. Das heißt die Lieferprobleme aus China werden zunehmen.“
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