Soja und Hülsenfrüchte als Schutz vor Bluthochdruck?
Mit bis zu 1,4 Milliarden Betroffenen weltweit gehört Hypertonie zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen. Neben effektiven Behandlungsstrategien sind dabei auch Maßnahmen zur Vorbeugung gefragt. Und hier bringen Forschende nun Soja und Hülsenfrüchte als Schutz vor Bluthochdruck ins Spiel.
Rund drei von zehn Personen leiden hierzulande unter Bluthochdruck. Dabei ist bereits ab Werten von 120/70 mmHg die Rede von erhöhtem Blutdruck, der eine Behandlung mit Arzneimitteln erforderlich machen kann. Zu den Risikofaktoren gehören vor allem der Lebensstil, unter anderem Rauchen, ungesunde Ernährung, wenig Bewegung und Co. Behandelt wird in der Regel medikamentös, beispielsweise mit Betablockern, Statinen oder anderen Wirkstoffgruppen. Damit sich die Erkrankung im besten Fall gar nicht erst entwickelt, bringen Forschende nun eine neue Option zur Vorbeugung ins Spiel: Hülsenfrüchte und Soja zum Schutz vor Bluthochdruck.
Übrigens: Die Angabe mmHg steht für Millimeter-Quecksilbersäule, da früher der Druck von Körperflüssigkeiten wie dem Blut mithilfe einer Quecksilbersäule gemessen wurde.
Soja und Hülsenfrüchte: Regelmäßiger Verzehr schützt vor Bluthochdruck
Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Linsen, Bohnen, Erbsen erfreuen sich vor allem bei Vegetarier:innen und Veganer:innen großer Beliebtheit. Denn sie dienen als gute Protein- und Eisenquelle. Auch Tofu- und Sojaprodukte sind besonders bei Personen gefragt, die sich fleischfrei oder vegan ernähren. Doch der Markt an entsprechenden Lebensmitteln boomt und die Auswahl ist groß. Offenbar zu Recht, wie Studiendaten zeigen. Denn der regelmäßige Verzehr von Hülsenfrüchten und Soja kann zum Schutz vor Bluthochdruck beitragen.
Das hat ein internationales Forscherteam aus Norwegen und Großbritannien in einer Metaanalyse herausgefunden, für die die Ergebnisse aus zwölf Langzeitstudien aus den USA; Europa und Asien ausgewertet wurden. Berücksichtigt wurden dabei die Daten von mehr als 300.000 Patient:innen. Demnach hatten Personen mit einem regelmäßigen und ausgeprägten Verzehr entsprechender Lebensmittel ein im Schnitt um bis zu 19 Prozent geringeres Hypertonie-Risiko als diejenigen, die auf Soja und Hülsenfrüchte verzichteten oder diese nur in sehr geringen Mengen verzehrten. Als ideale Mengen geben die Forschenden rund 170 g Hülsenfrüchte pro Tag an. Bei Sojaprodukten – beispielsweise Sojadrink, Tofu, Edamame –genügten bereits 60 bis 80 g/Tag, um das Risiko für Hypertonie um knapp 30 Prozent zu senken. Je mehr verzehrt wird, desto besser, heißt es.
Hintergrund für den blutdrucksenkenden Effekt sind die enthaltenen Nährstoffe wie Kalium, Magnesium und verschiedene Ballaststoffe sowie die in Soja enthaltenen Isoflavone. Hinzukommt die Bildung kurzkettiger Fettsäuren, die sich positiv auf die Gefäße auswirkt.
Somit können Sojaprodukte und Hülsenfrüchte Expert:innen zufolge nicht nur bei Menschen mit Bluthochdruck, sondern auch in der Prävention einen positiven Effekt haben, auch wenn genauere Hintergründe zum Lebensstil der berücksichtigten Patient:innen fehlen.
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