„Klappe, die Letzte“: LAV wirbt mit Kurzfilm für Apothekenrettung
Nur noch 17.288 Apotheken gibt es hierzulande. Dass das zunehmende Apothekensterben die Patientenversorgung bedroht, macht der Landesapothekerverband (LAV) Niedersachsen nun in einem Kurzfilm „Klappe, die Letzte“ dramatisch deutlich und wirbt für die Apothekenrettung. „Apothekensterben stoppen. Notdienste retten.“, lautet der Appell.
Die Zahl der Apotheken erreicht stetig neue Minusrekorde. Denn Honorarkürzungen, Kostensteigerungen und Co. zwingen immer mehr Inhaber:innen zur Aufgabe. Insbesondere die Akutversorgung über Nacht- und Notdienste gerät dadurch zunehmend in Gefahr. Wie unverzichtbar diese jedoch ist, will der LAV Niedersachsen einmal mehr deutlich machen und hat dafür einen Kurzfilm veröffentlicht, der für die Apothekenrettung wirbt.
Zu sehen ist eine Mutter, die mit ihrem kranken Kind nachts zur Apotheke fährt, um Fiebersaft zu holen. Doch bevor ihr der Apotheker das Präparat über die Notdienstklappe aushändigen kann, droht diese, sich zu schließen. Daher lautet der Apell: „Bevor sich die Klappe schließt: Apothekensterben stoppen. Notdienste retten.“ Gedreht wurde in der Flora-Apotheke in Haste (Niedersachsen), deren Inhaber Matthias Götzlaff als Apotheker zu sehen ist.
Apotheken sollen mit Kurzfilm für Stärkung werben
Das Ziel: Möglichst viele Apotheken sollen den Film auch auf ihrer Webseite sowie in den Sozialen Medien verbreiten und damit für die Apothekenrettung werben. Denn nur gemeinsam könne man auf die negativen Folgen des Apothekensterbens und zugleich die Wichtigkeit des Nacht- und Notdienstes aufmerksam machen, betont Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des LAV.
Schon jetzt müssten Patient:innen im Bundesland in Notfällen teils weite Wege zur nächsten Apotheke auf sich nehmen. „Wir fordern deshalb die Politik auf, den rasanten Apothekenrückgang aufzuhalten und die Apotheken finanziell zu stärken“, so Groeneveld weiter. Konkret soll in das Apothekensystem investiert werden, damit Patient:innen auch weiterhin rund um die Uhr versorgt werden können.
„Das Gesundheitssystem ist chronisch unterfinanziert, besonders der Bereich der Apotheken. Das Apothekenhonorar ist faktisch durch Honorarkürzungen von der Politik auf dem Stand von 2004“, kritisiert der LAV-Vorstandsvorsitzende. Dabei seien es die Apotheken, die durch die geleisteten Nacht- und Notdienste Arztpraxen und Krankenhäuser entlasten würden. Letztere würden deutlich mehr in Anspruch genommen, wenn die ständige Dienstbereitschaft der Apotheken entfällt. Zugleich kämen auf Patient:innen in Notfällen längere Wartezeiten zu, bis sie versorgt werden.
Der Film steht auf der Webseite sowie dem Youtube-Kanal und der Facebook-Page des LAV zur Verfügung.
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