Heuschnupfen: Plus 19 Prozent, Großstädter:innen häufiger betroffen
Hatschi! Laufende, kribbelnde Nasen und tränende Augen machen Heuschnupfengeplagten das Leben schwer. In den vergangenen Jahren verzeichnet der Anteil der Betroffenen ein Plus von 19 Prozent. Anders als vielleicht vermutet, zeigt sich beim Heuschnupfen in puncto Erkrankungshäufigkeit ein Stadt-Land-Gefälle, wie eine vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) veröffentlichte Studie zeigt.
Heuschnupfen wird auch Pollinosis genannt und ist die häufigste Form der allergischen Rhinitis. Treffen kann es jede/n und zwar in jedem Alter – wie die Studie des Zi belegt. 2019 wurde bei fünf Millionen gesetzlich Versicherten Heuschnupfen diagnostiziert – das entspricht insgesamt einem Anteil von 7,1 Prozent. Zum Vergleich: 2010 wurden 4,2 Millionen Versicherte mit Heuschnupfen behandelt. Summa summarum stieg damit die Zahl der Heuschnupfengeplagten um 19 Prozent an.
Die Pollen gelangen über die Atemwege an die Schleimhäute und verursachen dort allergische Entzündungsreaktionen, wenn bereits eine Sensibilisierung stattgefunden hat. Das ist der Fall, wenn das Immunsystem mit einer unangemessenen Überreaktion auf die normalerweise harmlosen Pollen regiert hat. Was passiert im Körper? Nach dem Allergenkontakt werden unmittelbar IgE-Antikörper gebildet. Kommt das Immunsystem ein weiteres Mal mit dem Allergen in Kontakt, binden die gebildeten Antikörper an die Mastzellen in Haut und Schleimhaut und es kommt zur Histaminausschüttung. Der Botenstoff dockt an seine Rezeptoren an und die Blutgefäße werden erweitert. Die Folgen kennt jede/r Allergiker:in nur zu gut: Juckreiz, Rötung sowie laufende und kribbelnde Nase.
2019 litten waren mehr als 400.000 der Heuschnupfengeplagten Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 0 und 14 Jahren. Außerdem zeigt die Auswertung, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer: 7,2 Prozent zu 6,9 Prozent.
Auffällig ist ein Stadt-Land-Gefälle. Wie das Zi mitteilt, war die Erkrankungshäufigkeit in ländlichen Regionen am niedrigsten und stieg mit dem Urbanitätsgrad des Wohnortes kontinuierlich an. 2019 lag der Anteil an Heuschnupften erkrankter Versicherter in dünn besiedelten ländlichen Kreisen bei 6,6 Prozent und in kreisfreien Großstädten bei 7,8 Prozent.
Tipp: Für Heuschnupfengeplagte gilt es, richtig zu lüften – morgens in der Stadt und abends auf dem Land.
Auffällig ist allerdings, dass dieses Gefälle bei Kindern und jungen Erwachsenen im Alter von 0 bis 24 Jahren nicht auftritt: Für die Altersgruppe wurden in Regionen mit dem höchsten Urbanitätsgrad die niedrigsten Erkrankungshäufigkeiten dokumentiert. Mehr noch: Während in den vergangenen zehn Jahren immer weniger Kinder im Alter von 0 bis zehn Jahren betroffen waren, stieg der Anteil erkrankter Erwachsener.
„Signifikante Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen bei der Häufigkeit von Heuschnupfen weisen zudem darauf hin, dass Umwelteinflüsse am Wohnort von großer Bedeutung für das Auftreten der Erkrankung sein können“, sagt der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.
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