Händedesinfektion: Auf den Spender kommt es an
Desinfektionsmittelspender sind aus der Apotheke nicht mehr wegzudenken. Denn auch wenn die Corona-Maßnahmen inzwischen gefallen sind, bleibt Handhygiene weiter wichtig. Doch der richtige Spender ist bei der Händedesinfektion entscheidend.
An einer regelmäßigen und gründlichen Händedesinfektion führt spätestens seit der Corona-Pandemie kein Weg vorbei. Immerhin gehört diese zu den bekannten AHA+L-Regeln, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Kein Wunder, dass sich Desinfektionsmittelspender inzwischen praktisch überall finden. Während sie in der Apotheke in Labor und Rezeptur schon lange zum Standard gehören, finden sie inzwischen häufig auch im HV ihren Platz, wie eine aposcope-Befragung gezeigt hat. Und das soll bei einem Großteil der Teams auch so bleiben. Doch Desinfektion ist nicht gleich Desinfektion und es lauern Stolperfallen in Sachen Hygiene. So kommt es bei der Händedesinfektion auf den Spender an.
Händedesinfektion: Keine Spender mit Nachfüllflaschen
Verbindliche Vorgaben für Desinfektionsmittelspender und ihre Anwendung gibt es bisher nicht. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) des Robert-Koch-Instituts hat jedoch entsprechende Empfehlungen zu den Anforderungen an Spender für Händedesinfektionsmittel und Handwaschpräparate entwickelt:
- Die Spender sollen so zu betreiben und zu warten sein, dass eine mikrobielle Kontamination des Pumpkopfes problemlos vermieden wird.
- Auf den Spendern soll der Füllstand von außen gut erkennbar sein.
- Die Spender sollten die Verwendung von Desinfektionsmittelflaschen unterschiedlicher Hersteller ermöglichen.
- Die Spender müssen regelmäßig gewartet werden, der Zeitraum ist im betrieblichen Hygieneplan festzuhalten.
- Das Anbruchsdatum eines Gebindes von Handdesinfektionsmittel muss dokumentiert werden – entweder auf der Flasche selbst oder separat.
- Bei der Nutzung von Mehrfachgebinden – wiederauffüllbaren Flaschen – müssen die Außen- und Innenteile des Spenders aufbereitbar sein und so gewartet werden, dass ihre mikrobielle Besiedelung verhindert wird.
- Vor jedem Nachfüllen muss der komplette Spender inklusive Flasche und Pumpe gründlich per Wischdesinfektion gereinigt werden.
- Das Nachfüllen sollte nur durch geschultes Personal erfolgen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Die Alkoholkonzentration des verwendeten Desinfektionsmittels sollte über drei Monate möglichst konstant gehalten werden.
Aufgrund des Kontaminationsrisikos und des erhöhten Aufwandes rät die KRINKO dazu, ausschließlich Einmalflaschen zu nutzen. Außerdem sollten – insbesondere im Gesundheitswesen – bei der Händedesinfektion Spender zum Einsatz kommen, die als Medizinprodukte gekennzeichnet sind, sodass die Hersteller verpflichtet sind, in der Packungsbeilage Angaben zur sachgerechten Aufbereitung zu machen. Eine Pflicht dazu besteht jedoch nicht.
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