Bis Ende Mai: Engpass bei Epilepsie-Medikament
Produktion unterbrochen: Desitin meldet für Luminal Injektionslösung (Phenobarbital) einen Lieferengpass. Das Arzneimittel ist derzeit nicht verfügbar.
Bis 25. Mai wird Luminal Injektionslösung voraussichtlich nicht lieferbar sein. Die Produktion ist derzeit unterbrochen, da ein Herstellertransfer innerhalb der nationalen Zulassung erforderlich wurde. Produkteigenschaften und Zusammensetzung bleiben unverändert, wie Desitin informiert.
Der Antrag auf Anpassung der Zulassung sei ein formaler Prozess zur Prüfung des neuen Herstellers und kann, je nach Geschwindigkeit des behördlichen Verfahrens, bis zu drei Monate dauern. Somit handelt es sich nur um ein temporäres Problem, das qualitätsneutral und ausschließlich herstellungsbedingt ist. Dennoch werden parallel kurzfristige Überbrückungsmaßnahmen geprüft. Zudem wird auf die Möglichkeit des Einzelimports nach § 73 Arzneimittelgesetz hingewiesen.
Luminal Injektionslösung ist zur Behandlung von epileptischen Anfällen, einschließlich des Status epilepticus, zugelassen. Das Präparat wird vornehmlich im stationären Bereich im Rahmen von therapierefraktären Verläufen des Status epilepticus eingesetzt.
Der Wirkmechanismus des Barbiturats ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird eine Erhöhung des Membranruhepotential durch einen Angriff am GABA-Rezeptor-Chloridkanal-Komplex. Zudem soll präsynaptisch die Freisetzung erregender Transmitter unterdrückt und in höherer Konzentration die Erregungsausbreitung der Nervenimpulse durch Herabsetzung der Membranpermeabilitat am Axon erschwert werden. Die Dämpfung der ZNS-Aktivität ist dosisabhängig. Mit steigender Dosis ändert sich die Wirkung von sedativ in hypnotisch und schließlich in narkotisch. Phenobarbital werden zudem antikonvulsive Eigenschaften zugesprochen.
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