Arbeit, Arbeit, Arbeit: Überarbeitung kostet 23 Millionen Lebensjahre
Masken ausgeben, Schnelltests durchführen, Impfstoffbestellungen händeln: Für das Apothekenpersonal sind durch die Corona-Pandemie noch einmal einige Aufgaben dazugekommen. Und die müssen natürlich parallel zum normalen Apothekenalltag gemeistert werden. Mehrarbeit und Überstunden sind daher keine Seltenheit. Kein Wunder, dass sich viele überarbeitet fühlen. Wie eine neue Studie zeigt, hat das oftmals drastische Folgen für die Gesundheit. So kostet Überarbeitung einige Lebensjahre.
Zu viel Arbeit macht krank. Das hat wohl jede/r schon einmal am eigenen Leib zu spüren bekommen. So dröhnt nach einem besonders langen und stressigen Tag in der Apotheke der Kopf, alle Gliedmaßen schmerzen, du bist gereizt und hast für nichts mehr Energie. Während die Welt nach einer ordentlichen Mütze Schlaf meist schon wieder besser aussieht, kann dies auf Dauer zu ernsten Problemen führen. Doch nicht nur das: Eine ständige Überarbeitung kostet sogar Menschenleben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) im Auftrag der Vereinten Nationen.
Demnach seien weltweit allein im Studienjahr 2016 durch Überarbeitung mehr als 23 Millionen gesunde Lebensjahre verloren gegangen. So würden Hunderttausende Menschen an den Folgen von zu viel Arbeit sterben, beispielsweise aufgrund von Schlaganfällen oder Herzerkrankungen. Allerdings lassen sich klare regionale Unterschiede erkennen. Während hierzulande beziehungsweise in Europa zahlreiche Arbeitsschutzmaßnahmen greifen, sodass sich die Folgen der Überarbeitung in Grenzen halten, sind Menschen in Asien, Afrika und Südamerika besonders betroffen. Die Forscher:innen sprechen dennoch von einem globalen Problem. Ihnen zufolge arbeiten insgesamt fast 9 Prozent der Weltbevölkerung 55 Stunden oder mehr pro Woche. Das Problem: Neben der beruflichen körperlichen und psychischen Belastung kommen im Privatleben weitere indirekte Faktoren wie Schlaf- und Bewegungsmangel oder falsche Ernährung hinzu, die das Gesundheitsrisiko erhöhen.
Hinzu kommt, dass die Corona-Pandemie die Problematik in mehreren Hinsichten verschärfen dürfte. Neben Angestellten im Homeoffice würden beispielsweise auch Mitarbeiter:innen stärker belastet, in deren Betrieben Kurzarbeit greift oder Stellen gekürzt wurden. Denn sie müssen in der Folge oft Mehrarbeit leisten, um alle anfallenden Aufgaben zu stemmen.
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