Adexa: Aufbaustudium und neue Tarifstufe für qualifizierte PTA
Die mit der Apothekenreform geplante PTA-Vertretung sorgt weiterhin für Wirbel. Für die Apothekengewerkschaft Adexa ist klar: Sollen PTA in der Apotheke mehr Kompetenzen bekommen und beispielsweise auch zeitweise vertreten dürfen, braucht es dafür ein Aufbaustudium und eine neue Tarifstufe.
Kurz nachdem der Gesetzentwurf zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) das Bundeskabniett passiert hat, hat die Adexa ihrem Ärger über die Pläne aus dem Bundesgesundheitsministerium Luft gemacht. So sprachen die Bundesvorstände Tanja Kratt und Andreas May im Hinblick auf die geplante PTA-Vertretung unter anderem von einer „systematische Abwertung des Berufs“.
Zur Erinnerung: Nach den Plänen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sollen PTA Approbierte für maximal 20 Tage im Jahr, davon zusammenhängend höchstens zehn Tage, an denen die Apotheke dienstbereit ist, vertreten dürfen – allerdings nur in ländlichen Regionen. Dort soll das Vorhaben zunächst erprobt werden. Für die Adexa ein No-Go. Denn die erhoffte und dringend notwendige Aufwertung des PTA-Berufs werde damit nicht gewährleistet.
Ein besonderer Dorn im Auge ist der Gewerkschaft, dass der aktuelle Gesetzentwurf keine gezielte Qualifikationsförderung mehr enthält. „PTA übernehmen einen großen Teil der pharmazeutischen Aufgaben – häufig im direkten Patientenkontakt und mit hoher fachlicher Verantwortung“, erklärt Adexa-Vorstand Andreas May. Doch um dies zu würdigen, brauche es erweiterte Kompetenzen, klare Karrierewege und eine angemessene Vergütung.
PTA-Vertretung nur mit Aufbaustudium
Schon mehrfach hatte die Adexa deutlich gemacht, dass eine Vertretung allein nicht ausreiche, sondern es mehr Qualifizierungsmöglichkeiten für PTA brauche. Daher setzt sich der Vorstand nun einmal mehr für ein praxisorientiertes Aufbaustudium für PTA ein – beispielsweise orientiert an Modellen wie dem Physician Assistant.
Das Ziel: PTA zielgerichtet auf die neuen, anspruchsvolleren Aufgaben vorzubereiten. Um dies umzusetzen, seien rechtlich klare Rahmenbedingungen, ein sorgfältig abgestimmtes Curriculum, definierte Verantwortungsbereiche und tragfähige Finanzierungsmodelle notwendig. „Nur so entsteht ein echter Mehrwert für PTA und Apothekenteams“, unterstreicht May. Denn mit ihren erweiterten Kompetenzen könnten PTA entscheidend dazu beitragen, Approbierte zu entlasten, damit diese sich „auf komplexe pharmazeutische Tätigkeiten konzentrieren“ können. Eine Konkurrenz entstehe dagegen laut May nicht.
Einführung einer neuen Tarifstufe für qualifizierte PTA
Entscheidend ist aber auch, dass sich das Mehr an Verantwortung auch in der Vergütung widerspiegelt. Voraussetzung dafür ist jedoch eine finanzielle Stärkung der Vor-Ort-Apotheken, erklärt Adexa-Vorständin Tanja Kratt und fordert ein „entschlossenes politisches Handeln“. Neben einer umgehenden Umsetzung der geforderten Honorarerhöhung und entsprechenden Anpassungen im ApoVWG zur PTA-Vertretung soll für qualifizierte PTA eine neue Tarifstufe eingeführt werden. Außerdem sollten klare rechtliche Regelungen, beispielsweise zur Haftung, festgelegt werden. Andernfalls bleibe die von Warken angekündigte Aufwertung des PTA-Berufs nur Symbolpolitik.
Die Adexa will den Gesetzgebungsprozess weiter aktiv begleiten und hat bereits Gespräche mit politischen Entscheidungsträger:innen geplant, um ihre Forderungen einzubringen. „Wir wünschen uns eine Apothekenreform, die diesen Namen auch verdient – mit einer angemessenen Honorarerhöhung, die den Apotheken mehr finanzielle Spielräume eröffnet und zugleich die Grundlage für faire Tariferhöhungen schafft“, fassen May und Kratt zusammen. Denn nur so könne die Arbeit des gesamten Apothekenteams nachhaltig gesichert und gewürdigt werden.
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