Spahn sagt Ja: Ab Mitte Oktober kostenpflichtige Coronatests für Ungeimpfte?
Mehr als jede/r Zweite ist hierzulande bereits vollständig gegen Corona geimpft. Doch die Inzidenzen steigen aktuell wieder und die Impfkampagne stockt. Dabei müssen Impfunwillige womöglich bald mit Konsequenzen rechnen. Geht es nach Gesundheitsminister Jens Spahn, sollte es schon bald kostenpflichtige Coronatests für Ungeimpfte geben.
Noch vor wenigen Wochen waren Impftermine heiß begehrt und oft nur mit langen Wartezeiten zu bekommen. Inzwischen stehen die Corona-Impfstoffe in ausreichenden Mengen zur Verfügung, sodass längst nicht mehr nur in Arztpraxen, Impfzentren oder bei Betriebsärzt:innen geimpft wird. „73 Prozent der Erwachsenen haben sich mittlerweile mindestens einmal impfen lassen. Das ist gut – aber es reicht noch nicht“, erklärt Gesundheitsminister Jens Spahn in einem Interview mit dem Münchener Merkur, das auf der Ministeriums-Website veröffentlicht wurde. Doch die Impfnachfrage sinkt. Dabei könnten Ungeimpften schon bald Einschränkungen drohen, darunter ein Ende der kostenlosen Bürgertests. Spahn befürwortet diese Maßnahme: „Wenn […] jeder mehrfach die Chance zur Impfung hatte, dann können die Tests nicht länger kostenlos bleiben. Das ist eine Frage der Fairness.“
Von jetzt auf gleich sollen Coronatests für Ungeimpfte allerdings nicht kostenpflichtig werden. Immerhin gebe es viele Menschen, „die sich grundsätzlich impfen lassen wollen, für die sich aber noch nicht die richtige Gelegenheit ergeben hat“, so der Minister weiter. Stattdessen nennt er einen konkreten Zeitplan: „Ab Mitte Oktober sollten ungeimpfte Erwachsene, die sich hätten impfen lassen können, vor dem Restaurantbesuch für einen Antigen-Schnelltest bezahlen müssen.“
Von der viel diskutierten Einführung einer Impfpflicht hält Spahn dagegen nichts. „Ja, das Impfen ist eine persönliche Entscheidung. Aber es ist auch eine mit Auswirkungen für uns alle“, so der Minister weiter. Ihm zufolge sei das Impfen vielmehr „ein patriotischer Akt“. Denn es gehe nicht nur um sich selbst, sondern vor allem um den Schutz anderer. Folglich bestimme nun jede/r Einzelne, wie schwer der bevorstehende Herbst werde.
Für die kalte Jahreszeit plädiert Spahn für die „3G“, insbesondere in geschlossenen Räumen. „Das heißt, man muss geimpft, genesen oder getestet sein. Und ansonsten tragen wir weiter Maske und halten uns an die Hygiene- und Abstandsregeln.“
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