Risiko Hyperkaliämie: Candesartan nicht mit Elektrolyten
Candesartan senkt den Blutdruck, weil die Aldosteronausschüttung gehemmt wird. Somit wird weniger Kalium ausgeschieden und der Kaliumspiegel steigt. Eine zusätzliche Kaliumzufuhr, beispielsweise durch Elektrolytlösungen, sollte daher nur nach Arztrücksprache erfolgen.
Eine Kombination von Candesartan mit Elektrolytlösungen wird nicht empfohlen, denn unter der gleichzeitigen Einnahme von Kalium kann eine Hyperkaliämie entstehen. Dazu heißt es in der Fachinfo, dass die gleichzeitige Anwendung von Candesartan mit kaliumsparenden Diuretika, Kaliumpräparaten, kaliumhaltigen Salzersatzmitteln oder anderen Arzneimitteln, die die Kaliumspiegel erhöhen können, wie beispielsweise Heparin, zu einer Erhöhung des Serumkaliums bei hypertensiven Patient:innen führen kann.
Candesartan ist ein selektiver Antagonist am AT1-Rezeptor und greift in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ein. Dadurch wird die Wirkung von Angiotensin II an diesem Rezeptor gehemmt. Außerdem werden die Natrium-Ausscheidung sowie die Reabsorption von Kalium gefördert. Damit wirken Sartane blutdrucksenkend, gefäßerweiternd und leicht diuretisch. Sie werden bei Hypertonie, chronischer Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen eingesetzt.
Candesartancilexetil ist ein Prodrug und wird während der Resorption aus dem Gastrointestinaltrakt durch Esterhydrolyse rasch in die aktive Wirkform Candesartan umgewandelt. Der Wirkstoff hemmt nicht das Angiotensinkonversionsenzym (ACE), das Angiotensin I in Angiotensin II umwandelt und Bradykinin abbaut.
Elektrolytlösungen werden zur oralen Salz- und Flüssigkeitszufuhr bei Durchfallerkrankungen angewendet. Die Pulver enthalten Natrium, Kalium, Chlorid, Citrat und Glucose und werden in 200 ml Wasser eingerührt.
Die Dosierung richtet sich nach der Schwere der Diarrhoe, denn die Elektrolytlösung soll den entstandenen Wasserverlust ersetzen. Säuglinge und Kleinkinder sollen innerhalb von 24 Stunden drei bis fünf Beutel zu sich nehmen. Kindern soll den Empfehlungen zufolge der Inhalt eines Beutels nach jedem Stuhlgang aufgelöst und verabreicht werden. Erwachsene nehmen nach jedem Stuhlgang ein bis zwei Beutel zu sich. Zu Behandlungsbeginn kann höher dosiert werden, um Flüssigkeitsverluste rasch und vollständig auszugleichen. Die Dosierungsempfehlung basiert auf der Flüssigkeitszufuhr von 150 ml pro kg Körpergewicht für Säuglinge und Kleinkinder und 20 bis 40 ml pro kg Körpergewicht für größere Kinder und Erwachsene.
Außerdem ist um Elektrolytlösungen als Nahrungsergänzungsmittel ein Hype zur Unterstützung nach dem Sport oder nach durchfeierten Nächten entbrannt.
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