Kein Engpassberuf: PTA zum Großteil ersetzbar?
Dass qualifiziertes Personal in den Apotheken schwer zu finden und vielerorts längst knapp ist, können zahlreiche Kolleg:innen bestätigen. Dennoch gilt PTA weiter nicht mehr als Engpassberuf, wie die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit für 2025 zeigt, die im Mai veröffentlicht wurde. Das gilt nun auch für Apotheker:innen.
„13 Berufsgattungen, für die 2024 noch ein Engpass festgestellt wurde, waren 2025 keine Engpassberufe mehr“, heißt es von der Arbeitsagentur. Dazu gehören auch Apotheker:innen und Pharmazeut:innen. Und auch für Berufe der pharmazeutisch-technischen Assistenz geben die Expert:innen nach wie vor Entwarnung – zumindest teilweise. Das Berufsbild PTA wird auch 2025 nicht als Engpassberuf eingestuft. Allerdings besteht weiterhin ein Risiko.
PTA 2025 kein Engpassberuf mehr
Im Juni 2025 waren hierzulande 74.058 Personen sozialversicherungspflichtig als PTA beschäftigt, zeigen die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Das sind rund 700 weniger als im Vorjahr. Damit hat sich die Personalsituation wieder etwas verschärft. Dennoch gehört der PTA-Beruf weiterhin nicht mehr zu den Berufsgruppen, für die ein Engpass feststellt wurde.
Für die Analyse wird die Personalsituation der Berufe nach einem Punktesystem von 0 bis 3 eingeordnet. Liegt der Gesamtwert zwischen 2,0 bis einschließlich 3,0 Punkten, so handelt es sich um einen Engpassberuf. Für PTA lag der Wert im Jahr 2024 bei 1,8 Punkten. Für 2025 findet sich das Berufsbild gar nicht mehr auf der Liste der Berufe mit einem möglichen Engpass. Stattdessen sind PTA bei den Fachkräften mit Risiko eingeordnet. Sprich, es besteht die Gefahr, dass ein Engpass auftreten könnte.
Die Ergebnisse: PTA-Aufgaben zum Großteil ersetzbar?
Mit 58 Prozent weist die Berufsgruppe eine überdurchschnittlich hohe Teilzeitquote auf, während die berufliche Mobilität – unter anderem Aufstiegschancen – sowie die Arbeitsstellenbestandsquote – Sicherheit – stark unterdurchschnittlich ausfallen.
Am bedrohlichsten erscheint jedoch die Bewertung des sogenannten Substituierbarkeitspotenzials. Dieses gibt laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) an, „in welchem Ausmaß Berufe gegenwärtig potenziell durch den Einsatz von Computern oder computergesteuerten Maschinen ersetzbar sind. Es entspricht dem Anteil an wesentlichen Tätigkeiten in einem Beruf, die schon heute durch den Einsatz moderner Technologien übernommen werden könnten.“ Für PTA liegt der Wert bei fast 77 Prozent – ein Großteil der PTA-Tätigkeiten könnte der Analyse zufolge somit womöglich ersetzt werden. Dies gilt zumindest im Hinblick auf die technische Machbarkeit.
Engpassrisiko auch bei Apotheker:innen
Auch Apotheker:innen werden in der Analyse bei den Berufen mit einem Risiko eingestuft. Bei ihnen liegt die Teilzeitquote mit 54 Prozent ebenfalls hoch und auch die Aspekte berufliche Mobilität und Arbeitsstellenbestandsquote fallen nur geringfügig besser aus als bei den PTA. Doch das Substituierbarkeitspotenzial liegt bei ihnen nur bei 47 Prozent, folglich könnten deutlich weniger Tätigkeiten von Apotheker:innen laut der Analyse durch Computer ersetzt werden.
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