Reflux: Diät hält mit Medikamenten mit
Fließt Magensäure in den Kehlkopf (Larynx) und in den Rachen (Pharynx) zurück, ist vom Laryngo-Pharyngealen Reflux (LPR) die Rede. Behandelt wird beispielsweise mit Protonenpumpenhemmern, Antazida und Alginaten. Doch eine Beobachtungsstudie zeigt, dass eine Diät dem Therapieerfolg der Arzneimittel in nichts nachsteht.
Die Ursachen für einen Reflux sind verschieden. Fest steht jedoch: Die Ernährung und der Lebensstil spielen eine zentrale Rolle. Fette sowie scharfe Mahlzeiten, Kaffee, Süßigkeiten und Alkohol sowie Stress reizen die Schleimhaut. Aber auch ein Erschlaffen des Schließmuskels kann die Säure ungehindert bis zum Kehlkopf fließen lassen. Um dem stillen Reflux – wie der LPR auch genannt wird – entgegenzuwirken, wird eine Umstellung der Lebensgewohnheiten empfohlen. Ob eine eiweißreiche Ernährung sowie die Vermeidung von zuckerhaltigen Lebensmitteln Linderung verschaffen, wurde in einer Beobachtungsstudie untersucht.
Die Forschenden aus Frankreich und Belgien wollten die Frage beantworten, was die effektivsten therapeutischen Therapien bei LRP sind. Dabei wurde eine Antireflux-Diät inklusive Stressreduktion mit drei Arzneimitteltherapien – Alginat, Magaldrat und Protonenpumpenhemmer (PPI) – verglichen. Die Teilnehmenden wurden von April 2018 bis Februar 2024 rekrutiert und die Daten im November 2025 analysiert. Von den 145 Patient:innen erhielten 32 einen PPI, 27 ein Antazidum, 38 ein Alginat und 48 wurden mit Diät und Stressvermeidung behandelt.
Reflux-Diät
Die Reflux-Diät umfasst fettarme Proteinquellen wie Fisch, Fleisch und Vollkorn. Geeignet sind zudem fettarme Milchprodukte, Gemüse und säurearmes Obst. Auf Zucker, Kaffee, Alkohol, Weißmehl und scharfe Gewürze sollte verzichtet werden.
Das Ergebnis
In allen Gruppen zeigte sich eine signifikante Reduktion in puncto Reflux-Symptom-Score (RSS) und Reflux-Sign-Assessment (RSA). Die fettarme und proteinreiche Diät in Kombination mit Wellness-Aktivitäten zur Stressreduktion zeigte über einen Zeitraum von drei Monaten eine höhere therapeutische Ansprechrate (81 Prozent) und niedrigere Reflux-Symptomwerte im Vergleich zu einer Arzneimitteleinnahme.
Die Patient:innen, die die Diät einhielten, wiesen nach drei Monaten den geringsten RSS auf. Der RSS bewertet Häufigkeit und Stärke der Reflux-Beschwerden und den Einfluss auf Ihre Lebensqualität. Im Vergleich zur Magaldrat-Gruppe war der Unterschied sogar signifikant.
Das Fazit
„In dieser Kohortenstudie kann die Einhaltung einer Antireflux-Diät und Stressreduktionsaktivitäten mit einer vergleichbaren oder größeren Linderung der Symptome nach drei Monaten im Vergleich zu herkömmlichen medizinischen Therapien verbunden sein“, so die Forschenden. Allerdings sind randomisierte klinische Studien, die die vier Regime vergleichen, erforderlich.
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