Allergische Rhinitis: Was wirkt am besten auf die Lebensqualität?
Hatschi. Bei Heuschnupfen mit Beschwerden wie laufender und juckender Nase ist schnelle und effektive Hilfe gefragt, und zwar nicht nur zur Symptomlinderung. Denn auch auf die Verbesserung der Lebensqualität kommt es an. Was wirkt bei allergischer Rhinitis am besten?
Eine verstopfte und ständig laufende Nase sowie Niesen gehören zu den Hauptmerkmalen einer Rhinits. Diese kann sowohl allergisch als auch nicht-allergisch sein. Die allergische Form – Heuschnupfen – kann unter anderem durch Pollen, Hausstaubmilden, Tierhaare oder andere Allergene ausgelöst werden. Je nach Schwere der allergischen Reaktion ist die Lebensqualität von Betroffenen mitunter stark eingeschränkt. Umso mehr sehnen sich Allergiker:innen nach Linderung und suchen dafür Rat in der Apotheke. Die Auswahl an Heuschnupfen-Mitteln ist dabei groß. Doch was hilft am besten? Neue Daten liefern die Antwort.
Allergische Rhinitis: Fixkombi besser Lebensqualität
Ein Team der Universität Porto (Portugal) hat in einer Real-World-Analyse untersucht, wie sich verschiedene Heuschnupfenmittel auf allgemeine gesundheitsbezogene Lebensqualitätsindikatoren auswirken. Dafür wurden rund 70.000 Patientendaten, die zwischen Mai 2015 und Dezember 2024 erhoben wurden, analysiert. Zudem wurden Vergleiche auf zwei Ebenen durchgeführt. Zum einen zwischen verschiedenen Medikamentenklassen:
- orale Antihistaminika,
- intranasale Kortikosteroide,
- intranasale Antihistaminika und
- Fixkombinationen aus intranasalen Antihistaminika und intranasalen Kortikosteroiden)
Zum anderen wurden verschiedene Monopräparate beziehungsweise Wirkstoffe miteinander verglichen, unter anderem Mometason, Loratadin, Fexofenadin, Budesonid und weitere.
Dabei zeigte sich: Bei allergischer Rhinitis wortwörtlich die Nase vorn haben Fixkombinationen von intranasalen Antihistaminika und Kortikosteroiden. Hierzulande stehen seit November verschiedene OTC-Präparate mit der Kombination Azelastin und Fluticason auch im Rahmen der Selbstmedikation zur Verfügung. Die Wirkstoffkombination zeigte im Vergleich zu oralen Antihistaminika bessere Ergebnisse in puncto Nutzen. Intranasale Antihistaminika als Monopräparate wirkten dagegen weniger positiv auf die Lebensqualität von Betroffenen.
Bei den Wirkstoffen waren beispielsweise unter Mometason niedrigere Lebensqualitätswerte als unter Budesonid und Fluticasonfuroat feststellbar, gleiches galt für Fexofenadin und Levocetirizin gegenüber anderen oralen Antihistaminika.
„Fixe Kombinationen von intranasalen Antihistaminika und Kortikosteroiden waren mit einer besseren Lebensqualität verbunden als orale Antihistaminika und intranasale Antihistaminika. Diese Ergebnisse könnten zukünftige Kosten-Nutzen-Analysen unterstützen“, so das Fazit der Autor:innen.
Weil die Ergebnisse jedoch auf Selbstangaben von Patient:innen basieren und zudem mitunter unterschiedliche Stichprobengrößen für den Medikamentenvergleich vorlagen, sind diese mit Vorsicht zu betrachten. Um die genauen Auswirkungen auf die Lebensqualität zu ermitteln, brauche es eher weitere Untersuchungen.
Das könnte dich auch interessieren
Mehr aus dieser Kategorie
Schützt Vitamin D Kinder vor Atemwegsinfekten?
Nahrungsergänzungsmittel (NEM) mit Vitamin D gehören zu den Topsellern in der Apotheke. Denn auch wenn das Für und Wider einer …
Rezeptur 1×1: Hashcode als Retaxfalle
Ob Wirkstoffe, Zubereitung oder Wechselwirkungen – nicht nur bei der Beratung im HV, sondern auch in der Rezeptur ist dein …
Rückruf bei Nystatin-Suspension: Wirkwert zu gering
Weil bei Nystatin Holsten Suspension der Nystatin-Wirkwert zu gering ist, wird das Arzneimittel in zwei Packungsgrößen und Chargen zurückgerufen. Der …














